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#13 Fürst Turalyn Baldor von Riva, der Totgeborene (12. Calistril bis 27. Pharast, 4710 AZ)

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Ein Reisebericht von Faquarl

1. Unter der Erde lauert der Tod
Nachdem wir genug Reißbeeren für den kauzigen Bokken gepflückt haben, machen wir uns weiter auf den Weg in Richtung Nordosten, um die Hügelgräber aufzusuchen, von denen Akiros sprach. Ava versichert uns, dass sich die Reißbeeren aufgrund der eisig kalten Temperaturen einige Tage halten werden. Moraven und Layra machen sich bereits auf den Rückweg zum Fort, um die ersten eintreffenden Karawanen in Empfang zu nehmen und die Arbeiten anzuleiten. Schon bald wird es dämmrig und die Temperaturen sinken weiter. Wir befürchten, dass unsere Schlafsäcke diesem Kälteeinbruch nicht trotzen können. Auch Jabor und die anderen Pferde wirken erschöpft. Als Ava und Eskel nach brennbarem Material für ein Lagerfeuer suchen, aber nur mit einigen wenigen feuchten Ästen zurückkehren, stellen wir uns schon auf eine äußerst unangenehme Nacht ein. Glücklicherweise erinnert sich Turalyn, dass er einen Stein dabei hat, welcher für viele Stunden Wärme spenden soll. Als er diesen hart gegen einen Felsen schlägt, glüht er tatsächlich auf und verbreitet angenehme Wärme. Gemeinsam mit unseren Reittieren versammeln wir uns um den Heizstein und verbringen so eine komfortable Nacht inmitten der eisigen Landschaft. Am folgenden Tag setzen wir unseren Streifzug durch die Hügelketten fort und bemerken erst am späten Nachmittag eine ungewöhnliche kreisförmige Anordnung. Ohne den Hinweis von Akiros wäre uns dies sicherlich nicht weiter aufgefallen. Von weitem können wir erkennen, dass der Hang eines Hügels abgerutscht ist und ein Spalt in die Tiefe führt. Vorerst suchen wir die anderen Hügeln ab, aber wir können nichts Ungewöhnliches entdecken. Somit begeben wir uns die steile Treppe hinab in die Dunkelheit.

Ich kann mit meinem Zauberstab für Lichtquellen sorgen, doch trotzdem rutschen Ava und ich beim Abstieg aus und fügen uns bei dem Sturz kleinere Verletzungen zu. Dort unten verjüngt sich der Gang bis wir vor einem kleinen Durchgang stehen, durch den wir uns auf dem Boden liegend durchrobben müssen. Eskel kriecht voran und teilt uns mit, dass sich nur einen Meter dahinter wohl ein großer Raum befindet, doch als er diesen mit seinem leuchtendem Handschuh erhellt, werden Fledermäuse in der Höhle aufgeschreckt. Der Alchemist tritt sofort den Rückzug an, doch als er aus dem Loch gekrochen kommt, folgen ihm die zwei Schwärme und sofort stehen wir inmitten von hunderten Fledermäusen, welche ihre kleinen Zähne in unserer Haut vergraben. Eskel wirft seine Bomben gegen die Höhlenwände, um die Tiere zu dezimieren, Ava fängt einige mit ihrem Fischernetz ein und viele verbrennen, als ich einen Flammenkegel mit einem Zauberstab beschwöre. Turalyn und Ava bekämpfen die Fledermäuse mit Alchemistenfeuern und nach kurzer Zeit flattern nur noch vereinzelt Tiere umher, welche uns nicht mehr gefährlich werden können.

Wir zwängen uns alle in den nächsten Raum, wobei Ava natürlich keine Probleme hat durch das Loch im Felsen zu klettern. Das Gewölbe scheint ab hier vor vielen Jahren angelegt worden zu sein. Die geraden Wände und der Steinfußboden wurden behauen, doch dieser ist bedeckt mit dem Kot der Fledermäuse. Dadurch können wir einige Stiefelspuren einer oder mehrerer humanoider Kreaturen entdecken. Ob dies die Banditen waren? Vorsichtig wagen wir uns tiefer in das Gewölbe vor. Vom nächsten Raum aus führen drei weitere Gänge in alle Richtungen und in die vier Wände wurden steinerne Gesichter gemeißelt. Als wir diesen Raum betreten erschrecken wir kurz. An einer Wand lehnt die Leiche eines Banditen, welche anhand des Amuletts um seinen Hals unschwer zu identifizieren ist. Während wir den Toten begutachten, öffnen sich die Münder der Steingesichter und aus ihnen stößt zunächst etwas blauer Nebel, bevor wir alle von je einem Strahl getroffen werden. Ava und ich fühlen uns augenblicklich sehr entkräftet. Unsere Bewegungen sind behebe und die Ausrückung scheint plötzlich doppelt so schwer zu sein. Auch Turalyn ist erschöpft, nur Eskel konnte der Strahl nichts anhaben.

Doch es kommt noch schlimmer. Weil ich kurz zuvor den Zauber Untote entdecken gewirkt habe, kann ich nun erkennen, dass sich ein Dutzend von ihnen aus den beiden Gängen schnell auf uns zu bewegen. Mir bleibt nicht mal mehr Zeit meine Freunde zu warnen, da tauchen die Skelette aus der Dunkelheit auf. Ava regiert blitzschnell und lässt Felsbrocken von der Decke regnen. Das laute Donnern der Steine übertönt das Knacken der Knochen als fünf der Skelettkrieger unter dem Schutt begraben werden. Von den restlichen Untoten werden wir in der Mitte des Raumes eingekesselt. Ich erschaffe ein Trugbild, sodass eine illusionäre Wand aus Flammen die gesamte Gruppe umgibt und uns von den Skeletten abschirmt. Eskel und Turalyn versuchen zunächst die zwei Gegner auszuschalten, welche am bedrohlichsten erscheinen. Dabei tritt der Paladin jedoch aus meinem Feuerkreis, was dazu führt, dass sich alle Skelette auf ihn stürzen. Die rostigen Schwerter können seine Ritterrüstung jedoch nicht durchdringen und im Gegenzug geht ein Skelett nach dem anderen zu Boden. Als unsere Gegner deutlich dezimiert sind, kessel ich diese durch die Feuerwand ein. Einige irren verstört umher, andere durchschauen das Trugbild und greifen Eskel und Turalyn an. Doch nach wenigen Augenblicken können wir den Kampf für uns entscheiden.



Ich suche auf dem steinernen Boden, welcher bedeckt ist von den blanken Knochen unserer Gegner, nach einem mechanischen Auslöser für die Falle, kann aber nichts entdecken. Eskel bemerkt, dass die Steingesichter an der Wand Darstellungen von Zyklopen sind. Als ich diese überprüfe, entdecke ich den magischen Sensor für die Falle. Der Zauber Totenwache erkennt, ob lebende Personen den Raum betreten, woraufhin aus jedem Zyklopenmund ein Entkräftender Strahl auf die Eindringlinge geschossen wird. Wir erkunden die beiden Gänge, aus denen die Angreifer kamen, doch an ihren Enden befindet sich nur je ein Alkoven und keine weitere Abzweigung. Jedoch fällt uns auf, dass diese neuer sind als der ursprüngliche Gewölbetrakt. Vermutlich wurden sie im Nachhinein angelegt. Vorsichtig gehen wir weiter durch den dritten Gang, welcher uns noch weiter in die Tiefe führt. Auch dieser endet nach einiger Zeit und wir stehen auf einem balkonähnlichen Vorsprung. Auf der gegenüberliegenden Seite, etwa fünf Meter entfernt, befindet sich ein zweiter Vorsprung und kurz dahinter ein riesiges Tor. Zudem steht dort eine Apparatur mit einer großen Kurbel, welche vermutlich eine Überquerung ermöglichen wird. Zu beiden Seiten zieht sich weiterer Gang durch das Gewölbe. Wir spähen nach unten und erkennen erst bei längerem hinschauen, dass sich dort unten kein Höhlenboden, sondern eine schwarze, spiegelglatte Wasseroberfläche befindet. Etwas ratlos stehen wir am Fuße der Treppe und wissen vorerst nicht, wie wir auf die gegenüberliegende Seite gelangen sollen. Ein Sprung erscheint uns zu riskant und mir gelingt es mit dem Zauber Magierhand die schwergängige Kurbel zu betätigen. Ich erkenne, dass sich auf der Höhlenwand gegenüber mächtige Bannmagie befindet, welche vermutlich Teleportationszauber unterbindet.

Ava verwandelt sich daraufhin in einen Adler und fliegt zunächst in den Gang, auf dessen Grund sich das Wasser befindet. Doch dort befindet sich nichts Außergewöhnliches und nach kurzer Zeit kann auch sie aufgrund der Dunkelheit nichts mehr erkennen. Aber sie glaubt bemerkt zu haben, dass beide Gänge eine leichte, kaum merkliche Biegung machen, als ob es sich um eine einzige, gigantische, kreisförmige Konstruktion handeln würde. Um über die Schlucht zu gelangen, schnappt sie sich ein Seilende, fliegt auf die andere Seite, verwandelt sich dort in ihre ursprüngliche Gestalt und bindet es fest. Eskel hangelt sich daraufhin, gesichert durch ein zweites Seil, auf die gegenüberliegende Seite. Dort versucht er unter höchster Anstrengung die alte Kurbel zu betätigen, wodurch eine Brücke ausgefahren wird. Es dauert einige Minuten und der Alchemist ist schweißgebadet, aber letztlich gelingt ihm sein Voraben. Doch das mächtige Tor, welches mit Adamant verstärkt wurde ist zu schwer. Selbst als ich Eskel mit dem Zauber Bärenstärke belege und Turalyn versucht ihm zu helfen, bewegt dieses sich keinen Zentimeter. Schon von der anderen Seite der Schlucht ist mir bei Wirken eines Zaubers aufgefallen, dass einige feine Rillen orange aufgeleuchtet haben. Dies ist jetzt wieder der Fall, nur dass diesmal an einer anderen Stelle Linien in blauer Farbe erscheinen und nach kurzer Zeit wieder verblassen. Ich versuche die Magie auf dem Tor zu identifizieren und bemerke, dass eine Aura der Verwandlung auf dieser liegt. Als ich den dafür nötigen Zauber wirke, leuchten wieder die orangefarbenen Verzierungen auf. Ava und ich rätseln, was es damit auf sich haben könnte und wir fangen an etwas herum zu experimentieren. Wir wirken verschiedene schwache Zauber und erkennen, dass weitere Rillen in den unterschiedlichsten Farben aufleuchten. Es dauert nicht lange bis wir ein System hinter dem Farbspektakel identifizieren. Je nachdem aus welcher Zauberschule der magische Effekt stammt, leuchten andere Linien in einer anderen Farbe auf. Wir nehmen an, dass sich das Tor öffnen lässt, wenn es uns gelingt Zauber aus allen Schulen zu wirken, bevor die ersten Farben wieder verblassen. Ava und ich setzen uns daraufhin zusammen und besprechen uns, doch mit den restlichen uns verfügbaren Zaubern fehlen uns noch einige Schulen. Somit sind wir gezwungen bis zum nächsten Tag abzuwarten und es dann aufs Neue zu versuchen.

Anstatt das Gewölbe zu verlassen, ziehen wir die Brücke wieder ein und nächtigen auf dem kleinen Vorsprung vor den verschlossenen Toren. Zum einen erspart uns das die bittere Kälte und zum anderen müssen wir dann morgen nicht noch einmal den Raum mit der magischen Falle durchqueren. Ich hoffe nur, dass Jabor und die anderen Pferde die Kälte überstehen und ihnen nichts zustößt. Als Eskel uns während seiner Wache leise weckt ist alles ruhig, doch er scheint etwas bemerkt zu haben. Ruhig teilt uns mit, dass soeben in dem Gewässer unter uns eine etwa zwei Meter hohe Rückenflosse aufgetaucht und ein gigantisches Wesen vorbeigeschwommen sei. Und wirklich, als ich ungläubig herabblicke bemerke ich, dass einige Wellen auf der zuvor spiegelglatten Wasseroberfläche zu sehen sind. Eine wirklich unheimliche Beobachtung, welche der Alchemist uns schildert, aber solange wir uns nicht hinabbegeben, sollten wir hier oben in Sicherheit sein. Wir schlafen weiter und einige Stunden später erwachen wir alle erholt von den gestrigen Strapazen.

Ava und ich besprechen, wer welche Zauber wirken soll um das Rätsel zu lösen, woraufhin ich mir zum Meditieren eine ruhige Ecke suche. Eine Stunde später positionieren wir uns vor dem Tor und beginnen mit dem Zauberspektakel. Beschwörungen, Verwandlungen, Illusionen, wir wirken einen Zauber nach dem anderen. In dem Moment als der letzte Zauber gewirkt und damit das chaotische Muster durch eine violette Verzierung vervollständigt wird, öffnen sich die mächtigen Tore.

Ich bin einen Augenblick lang unschlüssig, denn was machen wir, sollten sich die Tore hinter uns wieder schließen. Meine Gefährten sind da weniger pessimistisch - oder vorausschauend - und schreiten den Gang entlang auf eine kreisförmige Treppe zu, welche uns erneut hinab führt. Etwas überstürzt betreten wir den Raum am Fuße der Treppe und sehen uns einem Grabschreken gegenüber, welcher am Ende der Halle auf seinem Grabdeckel steht. Bewacht wird die Gruft zusätzlich von vier Skeletten, welche auch sofort auf uns Eindringlinge zustürmen. Glücklicherweise reagiere ich schnell und erschaffe eine Grube am Eingang. Diese platziere ich so, dass es den Untoten zwar möglich ist an ihr vorbeizulaufen, aber sollten sie uns in einen Kampf verwickelt, laufen sie Gefahr am abschüssigen Rand der Grube in diese hinein zu stürzen. Ava lässt zudem abermals ihre Steinbrocken auf die Angreifer regnen. Die gepanzerten Skelette gehen zwar nicht sofort zu Boden, doch erschweren die Geröllbrocken auf dem Boden ihnen die Fortbewegung. Die Skelette stürzen sich unbeeindruckt in den Kampf mit Eskel und Turalyn und auch der Grabschreken springt von seinem Podest. Er grinst uns mit seinem in Fetzen hängendem Gesicht an und hebt sein furchteinflößendes zerbrochenes Schwert. Eingeschüchtert weichen wir ein Stück zurück, nur Turalyn blickt der Kreatur unbeeindruckt in die Augen. Ich habe einen pfiffigen Einfall und verberge den soeben erschaffenen Abgrund durch ein Stilles Trugbild. Der Plan geht auf, eines der Skelette fällt hinein und auch der Grabschreken stürzt sich nichtsahnend in die Tiefe. Schnell haben Eskel und Turalyn die restlichen Angreifer ausgeschaltet und wir positionieren uns siegessicher um die Grube, bereit zum Angriff.
Als mein Zauber endet und die zwei Untoten wieder aus der Tiefe auftauchen, wirke ich einen Schmieren-Zauber auf den Untergrund. Das Skelett rutscht aus und fällt klappernd zu Boden, wo es sofort von Turalyn zerschmettert wird. Der Grabschreken kann sich jedoch auf den Beinen halten und greift Eskel an.



Turalyn und Eskel nehmen die Kreatur in die Zange, haben aber große Probleme mit ihren Schwertern den gut gepanzerten Gegner in Schach zu halten. Der Grabschreken hingegen trifft den Paladin mehrfach und entzieht Turalyn seine Lebenskraft. Der Paladin fokussiert daraufhin seine positive Energie gegen den Untoten und hat damit deutlich mehr Erfolg. Auch Eskel landet einen Treffer, Ava versucht es erneut mit ihrer Flammenkugel und ich feuere ein Magisches Geschoss nach dem anderen ab. Doch der Grabschrecken hält sich wacker auf den Beinen, hebt erneut sein Schwert und drischt ein weiteres Mal auf den Paladin ein. Das Schwert trifft unseren Freund an der Schulter, durchdringt die Ritterrüstung und schneidet tief in sein Fleisch. Turalyn sackt auf die Knie und kippt auf die Seite, während Blut durch die Ritzen der Metallplatten quillt. Das nächste Energiegeschoss streckt den Grabschrecken nieder und wir stürmen zu unserem am Boden liegenden Gefährten. Ava versucht sofort ihn zu heilen, doch ihr Zauber zeigt keine Wirkung. Mit versteinerten Gesichtern stehen wir fassungslos für einige Minuten neben unserem leblosen Freund. Turalyn Baldor von Riva wich nicht von der Seite seiner Kameraden und starb heldenhaft im Kampf gegen einen mächtigen Grabschrecken. Somit verliert unser Reich noch vor der Gründung der Hauptstadt seinen Fürsten.

Nach einiger Zeit sammelt Ava die Edelsteine aus dem Grab auf und Eskel nimmt das beschädigte Schwert unseres Gegners an sich. Als er durch die Halle schreitet fällt ihm auf, dass die Wand hinter dem Grab ebenfalls nachträglich angebracht worden sein muss. Dies ist uns schon zuvor aufgefallen. Die von dort wegführenden Gänge schienen auch neuer zu sein. Wir befürchten, dass wir noch nicht alle Geheimnisse dieses Ortes gelüftet haben, ganz zu schweigen von dem wassergefüllten Gang und dem gigantischen Wesen, welches dort in der Tiefe lauert. Wir beschließen jedoch uns sofort auf den Rückweg zu machen und Turalyn an einem ehrwürdigen Ort zu begraben. Weil wir nicht wissen, wie wir die Falle, welche wieder aktiv zu sein scheint, umgehen können, trete ich alleine in den Raum und werde von allen Seiten mit den Strahlen beschossen. Erschöpft und von dem tragischen Verlust völlig niedergeschlagen trotte ich weiter. Eskel muss den gefallenen Paladin nun alleine tragen und nur unter größtem Aufwand gelingt es ihm den toten Freund durch den winzigen Spalt und den steilen, rutschigen Aufstieg hinauf zu befördern. Glücklicherweise ist unseren Pferden nichts zugestoßen und so reiten wir zurück zum Fort des Hirschkönigs.



2. Narlgaard
Als wir zurückkehren sind Moraven und Layra schwer getroffen von dem schmerzlichen Verlust. Ava zimmert einen schönen hölzernen Sarg, wo wir den Toten bis zu seinem Begräbnis aufbewahren. Aufgrund der eisigen Temperaturen ist dies auch kein Problem, jedoch sind wir nicht sicher, wie wir die in diesen Tagen eintreffenden Personen von diesem Ereignis unterrichten sollen. Wir befürchten, dass unser Projekt dadurch gefährdet wäre, doch geheim halten lässt es sich natürlich auf die Dauer nicht. Da ich mich in den letzten Wochen eng mit Turalyn abgesprochen habe, übernehme ich übergangsweise die Leitung. Die Hügel werden geebnet, das Ufer des Würgers trockengelegt und einige erste Straßen angelegt, bevor der Bau von den ersten Wohnhäusern beginnen kann.

In den nächsten Tagen machen sich Ava und Eskel auf den Weg zu Bokken, um diesem seine begehrten Reißbeeren zu überbringen. Der wenig bescheidene Trankbrauer ist hoch erfreut und gibt ihnen einige seiner Zaubertränke als Dank mit. Rechtsklinge, das Schwert, welches Turalyn abbezahlen sollte, übergeben sie mit den 250 GM für diesen Monat am Handelsposten, damit es von dort aus nach Restov gebracht wird. Des Weiteren trifft ein Zwerg in unserer Siedlung ein. Er stellt sich als Magni Bronzebart vor, stammt aus dem Golushkingebirge und steht in freundschaftlichem Verhältnis mit der Familie Garess, weshalb Kesten sich auf Anhieb gut mit ihm versteht. Magni ist auf der Jagd nach einem Anhänger des Droskar und hat auf seiner Reise von unserem Vorhaben in den Kamelanden gehört. Aus Neugierde an einem solchen Unterfangen, schloss er sich einer Karawane an. Da er nun hier ist bietet er uns an, einen Schrein seiner Gottheit Torag errichten zu lassen. Wir gehen erstmal nicht auf dieses Angebot ein, denn momentan haben wir wichtigere Dinge zu erledigen, als einen Schrein nach dem anderen zu bauen und außerdem ist er der erste und bisher einzige Zwerg in unserer Ansiedlung. Aber der auf den ersten Blick unsympathische Magni überrascht uns, als er uns daraufhin ein weiteres Angebot macht. Er will einen Grabstein für den gefallenen Fürsten organisieren. Zunächst sind wir etwas unschlüssig, doch selbst nachdem wir ihm gegenüber unseren Plan von der Statue zu Ehren Turalyns erwähnen, zieht er das Angebot nicht zurück. Wir sehen ein, dass wohl niemand besser für diese Aufgabe geeignet sein könnte, als dieser Zwerg. Er gibt zu bedenken, dass die Fertigstellung eines großen Denkmals einige Zeit in Anspruch nehmen wird, aber das Fundament will er schon in Kürze fertiggestellt haben. Nach wenigen Tagen hat er mit einem Trupp starker Männer einen Felsbrocken ausgehoben und von nun an sieht man ihn fast den ganzen Tag etwas außerhalb des Ortes an diesem arbeiten.



In den kommenden Wochen finde ich meist erst spät abends, nach einem langem Arbeitstag, Zeit mich meinen Studien zu widmen. Ich versuche mich an einigen neuen Zaubern und übe mich regelmäßig darin die Schwerkraft zu überlisten. Tatsächlich gelingt es mir immer besser für kurze Zeit zu fliegen und schon bald wage ich mich für kurze Strecken mit Ava in die Lüfte empor zu steigen. Auch sie hat einige neue Dinge für sich entdeckt und kann bereits in ihrer Tiergestalt Zauber wirken, was mich sehr verblüfft. Mareen und ihre Truppe schicken wir zu den Hügelgräbern, um dieses Gebiet für uns zu kartographieren. Aufgrund unserer Überstürzten Rückkehr war dies nicht mehr möglich und nun haben wir anderen Verpflichtungen nachzugehen. Sie erledigt ihre Aufgabe sehr zuverlässig und kann keine weiteren Gefahren ausmachen. Zu diesem Ort zurückkehren werden wir vermutlich aber vorerst nicht, zu viel gibt es hier zu tun. Außerdem haben wir einen wichtigen Nahkämpfer verloren, wodurch unsere Gruppe deutlich geschwächt wurde, wobei der Neuankömmling Magni bereits angeboten hat auszuhelfen, sollte dies gewünscht sein.

Nachdem wir unsere Freunde in Restov und in der Narlmark informiert haben, überbringen wir die Nachricht vom Tod des Fürsten auch den Arbeitern vor Ort. Diese sind betroffen, doch da Turalyn für die meisten bisher nicht häufig in Erscheinung getreten ist und die Verwaltung dieser kleinen Gemeinschaft keine allzu große Herausforderung darstellt, bleibt eine größere Unruhe aus. Die Arbeiten werden also fortgesetzt und eine Woche später steht das Begräbnis unseres Freundes an. Die kleine Zeremonie, zu welcher neben Jeod, Akiros, den Lewetons und Joseph auch Jomani persönlich erschienen ist, wird von Margera Fiss, der Pharasma-Priesterin übernommen. Nachdem der schön verzierte Sarg hinabgelassen wurde, halten diejenigen, welche ihn besser kannten, eine kurze Ansprache. Noch ist das Grab schlicht und unscheinbar, aber wir planen zu gegebener Zeit ein Denkmal an dieser Stelle zu errichten. Zu Ehren des ersten Fürsten von Rivien.

Die Arbeiten im Dorf kommen gut voran, neben den ersten Häusern entsteht gerade der Gasthof „zum Eber“ und wir planen bereits den Bau einer Burg auf der Anhöhe, wo sich momentan das Fort des Hirschkönigs befindet. Wir beanspruchen zudem das Umland und die Gebiete bei der Furt im Nordosten, wo wir einige Farmen errichten lassen, um unsere Bürger versorgen zu können. Jedoch kommt uns nach einiger Zeit zu Ohren, dass Karawanen bereits zum wiederholten Male von einem gut organisierten Wolfsrudel beim Überqueren der Furt angegriffen wurden. Natürlich müssen wir die Sicherheit unserer Bürger gewährleisten und so machen wir uns, gemeinsam mit dem Zwerg, auf den Weg zur Furt, um den besorgniserregenden Berichten nachzugehen. Moraven und Layra bleiben vor Ort, um die Arbeiten zu beaufsichtigen

Bei der Furt angekommen, untersuchen Eskel und Ava die Spuren rund um die Furt und können entdecken, dass die Angreifer in südlicher Richtung verschwunden sind. Wir folgen ihnen und nach wenigen Meilen erspähen wir vier Worge auf einem Vorsprung. Der größte von ihnen - ein riesiges Exemplar - hat schneeweißes Fell. Bevor sie uns anfallen können, wühle ich den Boden unter ihren Pfoten mit einem Zauber auf, sodass zwei von ihnen einsinken und sich vorerst nciht von der Stelle bewegen können. Der weiße Winterwolf und der kleinere Worg fallen uns an, wobei ich mich rechtzeitig hinter einen See in Sicherheit flüchten konnte. Als Eskel und Magni dem majestätischen Wolf gegenüberstehen, werden sie von einer Wolke seines eiskalten Atems umhüllt. Ava beschwört zwei weitere Wölfe, welche ihre Artgenossen angreifen und ich wirke den Zauber Hast, wodurch die Nahkämpfer mit übernatürlicher Geschwindigkeit auf ihre Gegner einschlagen können. Der kleinere Worg wird durch eine Nesselexplosion der Druidin ausgeschaltet und auch der Winterwolf ist schnell von Eskel und Magni besiegt. Die zwei Worge, welche beim Versuch sich aus dem aufgewühlten Boden zu befreien zu Fall gebracht wurden, lasse ich in eine von mir beschworene Grube fallen. Als sie aus dieser wieder auftauchen werden sie augenblicklich von uns niedergestreckt. Somit wäre die Gefahr für die Reisenden zwischen dem Handelsposten und Narlgaard gebannt. Den Schädel des Winterwolfes nehmen wir mit. Einerseits belegt dieser, dass nun nicht mehr mit Angriffen gerechnet werden muss, andererseits ist so ein riesiger Wolfsschädel sicherlich eine nette Trophäe.



Durch den Sieg über das Worgrudel löst sich die Anspannung einiger Dorfbewohner auf. Auch die kleineren Unsicherheiten über die Zukunft Riviens, welche durch den Tod Turalyns ausgelöst wurden, sind nun kein Thema mehr. Eines Morgens erscheint Magni Bronzebart nach einer Sitzung des Hohen Rates, um uns stolz sein Werk zu präsentieren. Wir folgen ihm zu dem nun perfekt geformten Steinquader, auf dem in naher Zukunft eine Statue Turalyns platziert werden soll. Als er uns um das massive Podest führt und wir das Werk Magnis erblicken, sind wir beeindruckt. Der Zwerg hat auf dem Stein eine Inschrift in großen Lettern verfasst:



Turalyn Baldor von Riva
Der Totgeborene
Erster Fürst Riviens




Dreizehnte Sitzung am Sonntag, den 15. Januar 2017 in Frankfurt.
Mit Tobi, Dominik, Lena, Lucas und mir.

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