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#10 Die alte Platane (24. bis 25. Kuthona, 4709 AZ)

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Ein Reisebericht von Faquarl

1. Queezle in Aktion
Als wir am nächsten Tag unter klarem Himmel erwachen ist es bitterkalt. Beim Abbauen unserer Zelte macht Lyra uns auf zwei Reiter aufmerksam, welche in einiger Entfernung aus südwestlicher Richtung nach Norden reiten. Sie haben uns nicht entdeckt, aber wir haben keine Möglichkeit sie abzupassen, da wir zu Fuß unterwegs sind und die Reiter somit nicht einholen können. Finnvarra nimmt deshalb die Verfolgung aus der Luft auf. Die zwei Männer tragen schwarze Capes und haben gefüllte Satteltaschen. Anhand der Bekleidung schlussfolgern wir, dass es sich vermutlich um zwei Banditen handelt. Sie halten auf einen See zu und wir nehmen an, dass sich das Fort des Hirschkönigs dort befinden könnte. Am Fuße des Sees kann Finnvarra auf einer Anhöhe Palisaden erkennen. Die Banditen bemerken den Greifen, doch dieser unternimmt ohne unsere Unterstützung nicht den Versuch diese zu stoppen und kehrt wieder zu uns zurück. Wir sehen keine Notwendigkeit den Banditen schnellstmöglich zu folgen und entscheiden uns deshalb den großen Baum, welchen wir gestern gesichtet haben, aufzusuchen. Vielleicht gibt es dort etwas Interessantes zu entdecken.

Eskel macht sich unterdessen allein auf den Weg zu Olegs Handelsposten. Wir haben das Gebiet, welches Jomani Surtowa uns zugeteilt hat, fast vollständig erkundet. Nun brauchen wir genauere neue Aufträge, wie weiter zu verfahren ist. Sollten wir in den nächsten Wochen wirklich die ersten Schritte zur Besiedelung und Zivilisierung des Grüngürtels unternehmen, brauchen wir erhebliche Geldmittel und Arbeitskraft. Deshalb wird Eskel einen Brief an Jomani im Handelsposten übergeben, welcher schnellstmöglich überbracht werden soll. Außerdem soll der Alchemist die Pferde der Gruppe mitbringen. In vier Tagen wollen wir uns deshalb an dem markanten Baum, zu welchem wir nun aufbrechen, treffen.

Brief an Jomani Surtowa:

Dies ist der zweite Brief an Jomani Surtowa. Er wurde von Eskel zu Olegs Handelsposten gebracht und von dort durch einen Boten nach Restov gebracht. Am Ende des Briefes befindet sich ein sichtbares Arkanes Siegel. Dieses stellt den Eberkopf, das Symbol unserer Gruppe dar.

Faquarl schrieb:Eure Exzellenz Jomani Surtowa,
Oberbürgermeister von Restov und Cousin unseres Königs Noleski Surtowa.

Es freut mich sehr Ihnen einen Bericht über unsere Fortschritte bei der Erkundung und
Kartographie des Grüngürtels, in Ihrem Namen und mit Ihrer Unterstützung, überbringen zu dürfen.
Als wir nach den wunderbaren Festlichkeiten zum Tag des ersten Schnees in den Grüngürtel
zurückkehrten, trafen wir innerhalb weniger Tage auf eine Halb-Elfe namens Laira und
ihren Greifen, sowie den Paladin Turalyn. Sie begleiten uns seither und unterstützen uns
bei unserem Vorhaben, was unter anderem dazu beigetragen hat, dass die Erkundungen
seither deutlich schneller voranschritten. Innerhalb weniger Wochen konnten wir große
Landstriche der Kamelande und insbesondere der Narlmark erkunden. Dies ist der beigefügten
Karte zu entnehmen.

Ich erspare Ihnen einen detaillierten Reisebericht und fasse die wichtigsten Erkenntnisse hiermit
kurz zusammen. Der Würger, welcher die Kamelande vom Kastell Serenko nach Westen hin
durchquert, wächst zu einem breiten Fluss an, welcher nicht ohne Weiteres zu durchqueren ist.
Die auf der Karte markierte Hängebrücke ist nur ohne Tier und Gefährt passierbar, aber in
schlechtem Zustand. Außerdem ist eine Überquerung durch einen auf ihr liegenden Fluch
erschwert, welcher unter anderem einen untoten Wächter heraufbeschwört. Wir sind jedoch
zuversichtlich diesen Fluch zeitnah beseitigen zu können. Jedoch stellt der Fluss auch dann noch
ein großes Hindernis dar. Weitere Brücken, welche auch mit Pferden und Wagen passiert werden
können, müssten bei einer Zivilisierung der südlichen Teile der Narlmark errichtet werden. Flüsse
wie der Würger und der Stinker sind weniger breit und somit leichter zu durchqueren, vorhandene
Brücken wurden jedoch leider in Vergangenheit zerstört.

Auch wir hörten von Boggartstämmen im Nordwesten der Narlmark, sind diesen jedoch noch
nicht begegnet. Diese Informationen decken sich mit denen von Baron Drelew. Als Quelle diente
uns ein ausgestoßener Boggart. Er stellt keine Gefahr dar, könnte jedoch bei einem Vorgehen
gegen die Boggartstämme eine nützliche Informationsquelle sein.

Wir wissen, dass sich die Banditen und ihr Anführer, der Hirschkönig, in einem Fort an einem See
im Südwesten aufhalten. Wir gehen davon aus den Hirschkönig und seine Gefolgsleute innerhalb
von zwei Wochen ausschalten zu können. Damit können wir die von den Banditen ausgehende
Gefahr hoffentlich beseitigen. Vorher werden wir noch die unerforschten Gebiete im Süden
kartographieren.

Die Erkundung weiter Teile der uns zugeteilten Bereiche ist somit in absehbarer Zeit abgeschlossen.
Die anfängliche Planung sah eine Zivilisierung des Grüngürtels vor. Gerne würden wir damit beginnen,
doch dafür fehlen uns die nötigen Ressourcen. Nötig sind sicherlich eine erhebliche Menge an
Arbeitskräften, Gütern und Geldmitteln, sowie die Anwerbung von Siedlern. Falls dies weiterhin in
ihrem Interesse ist, übernehmen wir gerne die Leitung dieses ambitionierten Projekts. Ich gehe
fest davon aus, dass es Ihren Einfluss weiter ausdehnen und Ihnen den Ruf eines erfolgreichen
Eroberers einbringen wird.

Falls dieser Plan in naher Zukunft verfolgt wird, stellen sich folglich weitere Fragen. Wir haben
überlegt, ob das bestehende Fort des Hirschkönigs als Ausgangspunkt für die Gründung
eines Königreichs genutzt werden könnte. Die Lage ist aufgrund des Sees und des Flusses
sicherlich gut, jedoch befindet es sich etwas außerhalb des uns zugeteilten Bereiches.
Alternativ bietet sich die Klosterruine an, jedoch befindet sich kein Fluss und keine Handelsstraße
in unmittelbarer Umgebung von diesem. Der Handelsposten hat mit dem Anschluss an die
Südliche Rostlandstraße natürlich gute Voraussetzungen, steht jedoch unter der Leitung von
Oleg und ist bei Fürst Mannig gepachtet. Die Errichtung eines ersten Stützpunktes beim
Elchtempel in der Narlmark ist unserer Auffassung nach zu gewagt. Haben Sie irgendwelche
Präferenzen, oder obliegt diese Entscheidung uns?

Die benötigten Ressourcen sind insbesondere zu Beginn sicherlich nicht unerheblich. Deshalb
meinen wir, dass es hilfreich sein könnte weitere Geldgeber zu finden. Ist dies in ihrem Interesse
und haben Sie einige spezielle Familien oder Organisationen im Blick? Wir wollen Sie in keinem Fall
durch eine Anfrage bei den falschen Personen verärgern. Konkret haben wir als erstes an die
Front der Zivilisation gedacht. Ein solches Unterfangen ist sicherlich ebenfalls im Interesse
dieser Vereinigung.

Wir hoffen Ihnen geht es ausgezeichnet, danken für Ihre bisherige Unterstützung und
wünschen ein erfolgreiches kommendes Jahr.

PS: Gibt es neue Erkenntnisse bezüglich des Folianten, welcher nach Silberhalle geschickt wurde?

Hochachtungsvoll
Faquarl

Als wir den Baum, eine prächtige alte Platane, erreichen, erkennt Lyra diesen wieder. Sie meint ihn vor unserer Begegnung schon einmal gesehen zu haben. Außerdem kann sie sich erinnern, dass einige Winzlinge einen Kobold gefangen genommen und ihn in eine Höhle unterhalb des Baumes geschleppt haben. Als Finnvarra zur Platane fliegt kann er gerade noch einige schrumpelige und bläuliche Kreaturen entdecken, welche sich vor der Gefahr in ein Loch zwischen den Wurzeln flüchten. Wir erinnern uns daran, dass Xin in der Nähe des Handelspostens bereits einmal einen dieser Winzlinge gesichtet hat und wir am folgenden Tag eine Horde Kobolde aufschreckten, welche einen von ihnen in einem Netz gefangen hatten.



Ich bitte Queezle den Eingang ausfindig zu machen, so bleiben wir vorerst unentdeckt. Als meine treue Gefährtin den Zugang zur Höhle lokalisiert hat, entschließen wir uns nicht direkt in die Höhle vorzustoßen. Zwar sehen die Kreaturen ungefährlich aus, aber vermutlich sind die Gänge dort unten sehr eng und wir haben keine Lust noch einmal in einen Hinterhalt zu geraten. Also schleiche ich mich unsichtbar vor, Moraven und Ava dicht hinter mir. Lyra und Turalyn warten in einiger Entfernung auf ein Zeichen. So gehen wir sicher, dass wir nicht schon wieder durch eine scheppernde Ritterrüstung auf uns aufmerksam machen. Ich stelle mich vor den Eingang Höhle, werfe eine Fackel hinab und wirke den Zauber Feuerwerk. Die Fackel erlischt sofort und fängt an stark zu qualmen. Eine große Rauchsäule steigt zu uns empor und wir warten auf herausstürmende Kreaturen. Doch außer beißendem Qualm kommt nichts aus der Höhle. Der Plan vom Hinterhalt ist gescheitert und so entschließen wir uns zwischen den Wurzeln des alten Baumes in den unterirdischen Gang hinabzusteigen.

Glücklicherweise sind die Gänge hoch und breit genug, sodass wir uns ungehindert bewegen können. Wir erreichen eine Gabelung und blicken zu beiden Seiten in zwei Gewölbe. Rechts von uns befinden sich einige modrige Tische. Moraven und Eskel versperren mit ihnen den Durchgang, um einen Überraschungsangriff aus diesem Teil der Höhle vorzubeugen, während wir in die andere Richtung vordringen. Als Turalyn den Raum zu unserer Linken betritt erscheint aus der Dunkelheit eine ganze Horde von Winzlingen. Der Paladin stürzt sich auf die angriffslustigen Biester, da erscheinen hinter den kleinen Kreaturen ein großer Schwarm winziger Tausendfüßler, welcher sich wie ein waberndes Meer auf uns zubewegt. Merkwürdigerweise werden die Höhlenbewohner nicht von den Insekten befallen. An uns krabbelt der Tausendfüßlerschwarm jedoch empor, dringt in Rüstungen und Kleider und übersäht uns mit winzigen Bissen. Als Lyra von dem Schwarm erfasst wird, kann sie die aufkommende Übelkeit nicht unterdrücken.

Dem nicht genug, aus den Tiefen der Höhle erscheinen nun auch noch zwei Riesentausendfüßler und von der anderen Seite hören wir, wie weitere Winzlinge versuche über unsere Barrikaden zu klettern. Turalyn steht an vorderster Front und streckt einen Winzling nach dem anderen nieder, doch jede entstehende Lücke wird sofort durch eine weitere Kreatur geschlossen. Moraven erschwert den Winzlingen das Durchkommen, welche von der anderen Seite versuchen zu uns vorzustoßen, indem er den Höhlenboden mit Schmieren bedeckt. Einige dieser Angreifer kann ich in einen magischen Schlaf versetzen. Lyra kann ihre Übelkeit erst einmal abschütteln und beginnt damit eine Kreatur nach der anderen zu beschwören, um den Paladin zu unterstützen. Ava versucht unterdessen den Insektenschwarm mit einer Flammenkugel zu bekämpfen.

Doch der Schwarm wird kaum dezimiert und bereitet uns Schwierigkeiten. Auf dem engen Raum ist es nicht möglich den unzähligen Tausendfüßlern zu entkommen und so werde auch ich von Übelkeit übermannt. Ich eile aus der Höhle um den Schwarm abzuschütteln und einmal tief durchzuatmen. Dann stürze ich mich wieder in den Kampf. Einige Winzlinge haben die Barrikade bereits überwunden. Auch Moraven wirkt einen Schlafzauber und die letzten Biester dieses Trupps schalte ich durch Sprühende Farben aus. Unterdessen haben Turalyn und Lyras beschworene Kreaturen den Großteil der Winzlinge im anderen Höhlentrakt besiegt und auch die zwei Tausendfüßler sind dem Schwert des Paladins zum Opfer gefallen.

Doch kaum lichten sich die Reihen der Gegner, erscheint eine riesige widerwärtige Kreatur aus der Dunkelheit. Eine Zecke, welche von einem Winzling geritten wird. Ich wusste zwar, dass diese abscheuliche Kreaturen eine Affinität zu Ungeziefer haben, doch dass ihnen monströse Insekten als Reittiere dienen war mir nicht bekannt. Der auf der Zecke sitzende Winzling wird schnell von Turalyn aufgespießt, was aber nicht dazu führt, dass diese die Flucht ergreift. Stattdessen greift sie den Paladin an und erwischt ihn mit ihren Zangen. Lyras beschworener Adler hackt auf das Monster ein und auch Ava eilt zur Hilfe. Moraven unterstützt aus dem hinteren Teil der Höhle mit einem Lied des Mutes. Unterdessen versuche ich verzweifelt dem Tausendfüßlerschwarm zu dezimieren. Bevor es mir durch mehrere Brennende Hände aus dem Zauberstab gelingt die Insekten in Asche zu verwandeln, werden wir noch häufig befallen und Lyra kämpft kontinuierlich gegen die von ihnen verursachte Übelkeit.



Ein durchdringender Schmerzensschrei von Ava lässt uns herumfahren. Sie wurde von den Greifern der Zecke umschlungen, welche sie nun zu zerquetschen drohen. Es gelingt ihr nicht sich zu befreien und das Monster ist zu robust um schnell getötet zu werden. Lyra, Moraven und Turalyn können das Schlimmste verhindern, indem sie die Halblingsdame kontinuierlich mit Heilzaubern am Leben halten. Ein genialer Einfall des Barden hilft ihr schließlich sich aus den Fängen zu befreien. Durch einen Schmieren-Zauber gelingt es Ava sich zu befreien. Kurz darauf kann die Zecke endgültig besiegt werden. Lyra schneidet den bewusstlosen und schlafenden Gegnern ihre Kehlen durch. So stehen wir umringt von erschlagenen Winzlingen und totem Ungeziefer in der stinkenden Höhle. Wir belassen es bei einem flüchtigen Blick in die weitern Gänge der Höhle und ziehen uns erst einmal zurück, um uns auszuruhen. Die Winzlinge schaffe ich aus der Höhle und drapiere die 16 Leichen um den Stamm der Platane. Als Symbol, als Warnung, als Abschreckung - so genau weiß ich nicht weshalb.

2. Unsichtbare Gefährten
Am nächsten Tag steigen wir ohne Ava wieder in die Höhle hinab. Sie fühlt sich durch das Gift der Zecke geschwächt und wartet mit Finnvarra in der Nähe der Platane auf uns. Wir sind darauf gefasst weitere Kreaturen in den Tiefen des Gewölbes anzutreffen, denn wir konnten von unserem Lager aus einen Winzling beobachten, welcher zwischen den Wurzeln hervorkroch, seine gefallenen Kameraden begutachtete und daraufhin wieder verschwand. Merkwürdigerweise befinden sich aber gar keine Kadaver mehr in der Höhle. Sowohl die Zecke, als auch die Tausendfüßler sind nicht mehr aufzufinden. Ganz offensichtlich leben neben Winzlingen auch noch weitere, größere Kreaturen unter der Erde.

Doch im nächsten Raum befindet sich nichts Außergewöhnliches. Wir dringen weiter vor und begeben uns immer tiefer hinab, bis wir einen gewaltigen Spalt im Boden erblicken. Er Teilt den Weg vor uns und misst drei Meter in der Breite. Moraven wagt sich am Boden kriechend und mit einem Seil gesichert vor, um einen Blick in den Spalt hinab werfen zu können. Als er über den Rand blickt sieht er nichts als Schwärze. Schwärze und zwei gigantische leuchtend rote Augen. Bevor er etwas unternehmen kann stürzt das Wesen auf ihn zu und jagt seine Greifzangen tief in sein Fleisch. Der Barde ist lebensgefährlich verletzt und wird durch Turalyn am Seil hängend einige Meter zurück geschleift. Er schafft es sich in letzter Sekunde unsichtbar zu machen, bevor der aus dem Spalt kriechende gigantische Tausendfüßler zu einem zweiten Hieb ansetzen kann. Ich folge seinem Beispiel, wirke Unsichtbarkeit und auch Lyra wird von Moraven mit dem Zauber Verschwinden belegt. Turalyn steht etwas verwirrt in der Höhle. Eben war er noch von seinen Gefährten umringt, jetzt steht er alleine gigantischen Monster gegenüber. Für einen kurzen Moment wirkt er unentschlossen, fast sieht es so aus, als ob er sich einem Zweikampf stellen wollte. Doch dann nimmt er die Beine in die Hand und ergreift die Flucht.



Doch kaum hat er sich umgedreht, da schnellt der lange Schwanz des Riesenpeitschentausendfüßlers hervor, wickelt sich um seine Beine und bringt ihn zu Fall. Es steht schlecht um uns. Zwar ist der Großteil der Gruppe fürs Erste außer Gefahr, aber Turalyn hat keine Möglichkeit zu fliehen und wir können ihm nicht direkt helfen, ohne unsere Deckung aufzugeben und uns in eine lebensbedrohliche Situation zu begeben. Der tapfere Paladin kämpft sich wieder auf seine Beine und stolpert einige Meter weiter, bis er realisiert, dass er nicht entkommen kann. Er selbst ist zu langsam, der peitschende Schwanz kann ihn jederzeit zu Fall bringen und die Angriffe fügen ihm schwere Verletzungen zu. Verzweifelt drischt Turalyn auf den Körper des Tausendfüßlers ein. Aufgrund seiner Größe ist dieser kaum zu verfehlen und die Panzerung ist vergleichsweise schwach. Wir sind inzwischen jedoch von unserem Freund getrennt, da der Gang vom massiven Körper des Tausendfüßlers komplett ausgefüllt wird. Lyra beschwört einige Adler und ich tue es ihr gleich. Diese durchstoßen den Chitinpanzer des Riesenpeitschentausendfüßlers und sorgen für etwas Ablenkung, wodurch Turalyn sich etwas länger auf den Beinen halten kann. Doch als unser zäher Paladin ein weiteres Mal von dem Ungetüm attackiert wird, geht er bewusstlos zu Boden.

Moraven, der mittlerweile wieder gut sichtbar direkt vor dem Monster steht, wagt ein hoch riskantes Manöver. Wieder gebraucht er seinen Schmieren-Zauber und zwängt sich durch den schmalen Spalt zwischen dem Panzer des Tausendfüßlers und der Gewölbewand. Durch diese akrobatische Meisterleistung gelingt es ihm Turalyn zu Hilfe zu eilen. Er durchwühlt hektisch seine Gürteltaschen und hat schnell einen Heiltrank zur Hand, welcher er dem bewusstlosen Paladin einflößt. Glücklicherweise lenken die beschworenen Adler den Tausendfüßler ab und als Lyra wieder sichtbar wird, stürzt sich dieser auf sie. Die Greifzangen fügen ihr lebensbedrohliche Verletzungen zu und der Körper des Tausendfüßlers schirmt sie von uns ab. Ich schieße einen Pfeil auf das Monster, welcher die schwer verwundete Kreatur zwar trifft, aber nicht besiegen kann. Der Riesenpeitschentausendfüßler holt ein weiteres Mal aus, doch Lyra kann sich im letzten Moment mit einem Sprung zur Seite retten. Mit einem Schrei stößt sie ihr Schwert zwischen die Chitinplatten des Tausendfüßlers. Man hört ein kurzes Knacken, dann erstarrt das Monster mitten in der Bewegung und fällt krachend in sich zusammen. Die Mystikerin kauert verängstigt an der Höhlenwand, vor ihr tote Körper des gigantischen Riesenpeitschentausendfüßlers.

Wir stehen noch etwas fassungslos vor unserem leblosen Gegner, als drei Winzlinge an einer Seilkonstruktion über den Spalt klettern und sich vor uns auf den feuchten und dreckigen Höhlenboden werfen. Sie wimmern durcheinander und liefern sich kampflos aus, da wir ihr furchteinflößendes Haustier besiegt haben. Ich baue mich in gebieterischer Pose vor ihnen auf, werfe mein farbiges Pulver in die Luft und schalte die drei mit einem Zauber aus. Daraufhin fesseln wir sie und treten den Rückzug an, bevor wir den Rest der Höhle weiter erkunden. Lyra und Turalyn müssen erst einmal versorgt werden. Als dies geschehen ist entschließen Turalyn und ich uns das Gewölbe unter der Platane ein drittes Mal zu betreten. Wir sind uns sicher, dass alle Gefahren beseitigt sind (zumindest hoffen wir das sehr), wollen aber nach nützlichen Gegenständen Ausschau halten. Und eventuell finden wir den gefangenen Kobold noch lebend vor.

Tatsächlich finden wir einen bewusstlosen Kobold, welcher mit Ketten an die kalte Höhlenwand gefesselt wurde. Er weist starke Folterspuren, doch ich glaube, dass er noch zu retten ist. Ansonsten finden wir einige Koboldschädel, zwölf Speere und ein paar Münzen. Des Weiteren finden wir ein Stück Papier mit einem Text auf finsterländisch. Moraven kann mit Hilfe des Zaubers Sprachen verstehen herausfinden, dass es sich um eine Auflistung von Gegenständen handelt die „Wir“ (die Winzling) und „Sie“ anscheinend besitzen oder gestohlen haben. „Sie“ scheinen im Besitz eines "Menschenrings" zu sein. Handelt es sich dabei um Svetlanas gestohlenen Ring? Und sind „Sie“ wirklich die Kobolde? Oder könnte es sich dabei auch um die Banditen handeln? Denn wie sollen die Kobolde den Banditen Svetlanas Ring entwendet haben? Der wohl interessanteste Fund ist eine Elfenbeinstatue eines hockenden Teufels. Gemeinsam tragen wir die Beute und den übel zugerichteten Kobold nach draußen.



Es bedarf einiger guter Argumente, bevor sich Turalyn dazu herablässt den Kobold zu heilen. Als der Kobold zu sich kommt, ist dieser verwirrt. Da ich als einziger Drakonisch spreche, versuche ich ihm, sein Name ist Mik-Mek, einige nützliche Informationen zu entlocken. Leider kooperiert er nicht auf Anhieb, weshalb ich ihn mit Machtdemonstrationen einschüchtere, aber auch durch gutes Zureden überzeugend darlege, dass wir nicht seine Feinde sind. Schließlich haben wir ihn gerettet, was mit Verweis auf am Baum lehnenden toten Winzlinge nicht schwer zu belegen ist. Es dauert ein wenig, aber letztlich kann ich einiges in Erfahrung bringen. Mik-Mek ist Mitglied des Stammes der Rußschuppenkobolde. Von einem Häuptling namens „Rußschuppe“ haben wir bereits gehört. Angeblich ist dieser an seinen schwarzen Schuppen (in der Regel haben Kobolde graue Schuppen) zu erkennen. Die Kobolde leben in einer Mine, welche angeblich größer ist als die Behausung der Winzlinge. Außerdem sollen in etwa 20 Kobolde dort leben, doch aufgrund der beschränkten mathematischen Fähigkeiten unseres Gegenübers, dürfte es sich hierbei wohl nur um seine sehr grobe Schätzung handeln. Neben Häuptling Rußschuppe hält sich seit einiger Zeit noch ein Koboldschamane namens Tar-Tuk in der Koboldmine auf. Dieser verehrt eine Gottheit namens „Alter Scharfzahn“ und Mik-Mek hat offensichtlich großen Respekt und noch größere Angst vor ihm und diesem Gott. Denn seit Tar-Tuk aufgetaucht ist, starben einige der Rußschuppen und alle Leichen hatten gelblich verfärbte Schuppen. Tar-Tuk, welcher ursprünglich nicht zum Stamm der Rußschuppen gehört, scheint ein mächtiger, aber unerwünschter Gast zu sein. Als ich unserem Gefangenen die Elfenbeinstatue zeige, reagiert er entsetzt. Wie ich bereits angenommen habe, handelt es sich hierbei um ein Abbild des Alten Scharfzahns. Die Statue dürfe nicht berührt werden. Um den Kobold zu besänftigen, verspreche ich ihm die Statue zurück zu bringen und sie künftig nicht mehr anzufassen.

Nun müssen wir beratschlagen wie weiter zu verfahren ist. Sollen wir nach Eskels Wiederkehr zum Fort des Hirschkönigs aufbrechen oder sollten wir vorher die Rußschuppenkobolde aufsuchen? Wie sollen wir dort vorgehen? Wir hätten die Möglichkeit uns als Freunde und Verbündete zu präsentieren, indem wir den Gefangenen und die Gottheitsstatue zurückbringen. Doch was machen wir mit den drei Winzlingen? Vorerst fesseln wir alle vier Gefangenen und bringen die drei Winzlinge außer Sicht- und Hörweite des Kobolds. Dann bereiten wir unser Lager vor und versorgen Moraven und Ava. Die beiden leiden unter dem Gift des Ungeziefers, welches nun seine volle Wirkung entfaltet. Der Barde ist fast gelähmt. Seine Bewegungen sind grob und ungelenk. Es wird wohl noch etwas dauern, bis er wieder auf den Beinen ist.

Zehnte Sitzung am Sonntag, den 13. November 2016 in Frankfurt.
Mit Tobi, Miles, Toni, Lena, Lucas und mir.



Zuletzt von Jakob am Mi Dez 28, 2016 12:50 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet

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Verbesserungen von gestern wurden eingearbeitet, die Überschriften verändert und die Geschichte der Kobolde korrigiert. Sollte nun weitesgehend stimmig sein. Einige Kleinigkeiten habe ich einfach so gelassen. Die Freiheit des Geschichtenerzählers.

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