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#7 Schlitzzahn, der Eber der Narlmark (5. bis 19. Neth 4709 AZ)

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Ein Reisebericht von Faquarl

1. Schlitzzahn
Gemeinsam verbringen wir einen Abend am Lagerfeuer und beraten unser weiteres Vorgehen. Joakim und Karosh wollen vorerst beim Elchtempel bleiben und auf Jeod’s Rückkehr warten. Wir entschließen uns nach langem Überlegen und Pläne schmieden, den in den Tagen zuvor gesichteten Troll nicht anzugreifen. Zu gefährlich erscheint uns das Vorhaben ohne zwei unserer Kämpfer. Zudem verfügen wir über kaum Möglichkeiten in einem Kampf Feuer und Säure zu verwenden. Eskel ist zwar im Stande Säure und auch Alchimistenfeuer herzustellen, doch benötigt er dafür viel Zeit. Wir entscheiden uns daher dafür die Gegend in südöstlicher Richtung zu erkunden. Wenn unsere Kämpfer wieder mit uns reisen und Eskel einige Phiolen hergestellt hat, können wir uns den Troll vorknöpfen.
Und so brechen wir auf um bei der Ankunft in Restov in einem halben Monat vorweisen zu können, dass wir seit dem letzten Schreiben von Jomani deutliche Fortschritte gemacht haben. Nach einiger Zeit erreichen wir einen Hang, der sich durch den Wald zieht soweit das Auge reicht. Es geht nur wenige Meter bergab, doch jenseits der Schneise verändert sich die Beschaffenheit des Waldes. Er ist weniger dicht und dadurch nicht mehr so düster. Der Waldboden ist häufiger von Geröll bedeckt und ab und zu befinden sich Felsbrocken zwischen den Bäumen. Als wir das Gebiet einige Stunden weiter erkunden stoßen wir plötzlich auf etwas Außergewöhnliches. Auf einer ein paar Meter breiten nahezu geraden Linie wurden die Bäume in einer Richtung umgeknickt. Wir folgen diesem Pfad und können uns nicht erklären wie dies zustande kam. Es dauert nicht lange und wir stoßen auf etwas, was nach einem riesigen Busch aussieht. Bei genauerem Hinsehen erkennen wir, dass dieser aus einer Vielzahl entwurzelter Sträucher besteht, rund angeordnet ist und sich ein großer Eingang auf der anderen Seite befindet. Wir vermuten, dass es sich hierbei um den Bau eines gewaltigen Wesens handelt.
Um mehr herauszufinden schleicht sich Moraven vor und untersucht die Rückseite des Baus. Als er an diesen herantritt und einen Zauber wirken will, um magische Auren im Inneren aufzuspüren, hört er ein bedrohliches langsames Atmen und Schnüffeln. Er schreckt zurück und eilt davon ohne den Zauber gewirkt zu haben. Wir haben den Waldboden unterdessen auf Spuren untersucht und eine Vielzahl verschiedener Tierfährten entdeckt. Der steinige Boden und das viele Gehölz machen es uns aber schwer und wir sind uns nicht sicher ob die entdeckten riesigen Auswölbungen natürlich entstanden sind. Da wir nun wissen, dass sich etwas in dem Bau befindet, schmieden wir einen Schlachtplan. Ava und ich wirken einige Schutz- und Verstärkungszauber und ich mache mich unsichtbar. Dann wollen wir uns von verschiedenen Seiten auf den Eingang zubewegen und das Wesen durch die Zauber Schmieren und Verstricken behindern während Eskel es aus der Nähe bekämpft. Doch dieser Plan wird durchkreuzt. Der Alchemist und der Barde haben sich noch nicht um den Bau herum bewegt, da stürmt ein riesiger Eber hervor.
Das Tier ist gigantisch. Ich bekomme einen gewaltigen Schreck, denn ich bin mir sicher: Dies ist Schlitzzahn, der sagenumwobene Eber, welcher beim ersten Vordringen in die Narlmark unser Initiativepferd Igor aufgespießt hat. Trotzdem gelinkt es mir reflexartig den Zauber zu wirken auf den ich mich gedanklich bereits eingestellt habe. Direkt vor dem Tier bedecke ich den Untergrund mit einer schmierigen Schicht. Die andern sind völlig überrascht und reagieren zu spät. Der Eber kommt auf uns zugestürmt, wird auch durch meinen Zauber nicht an seiner Fortbewegung gehindert und rammt Ava einen seiner Hauer in den Oberkörper. Die Druiden, welche im Gegensatz zu dem gigantischen Wildschwein wie eine Miniatur wirkt, ist lebensbedrohlich verletzt. Eskel drischt mit seinem Zweihänder auf den Eber ein und fügt ihm eine klaffende Wunde zu, doch Moraven scheint so verwirrt, dass er die Hauer anstatt des Untergrunds mit dem Schmieren-Zauber belegt. Ich versuche unterdessen das Wildschwein mit einem Illusionszauber zu betäuben, doch auch diesem widersteht es. Als die Bestie zu einem weiteren Hieb gegen die Druidin ansetzt, werfe ich mich vor sie, um sie vor dem sicheren Tod zu bewahren. Der schleimige Hauer durchbohrt meine Schulter und ich falle bewusstlos zu Boden.
Moraven kommt anscheinend wieder zu sich, denn seinen zweiten Schmieren-Zauber wirkt er direkt unter den Eber. Als dieser Eskel aufspießen will, verliert er das Gleichgewicht und kippt auf die Seite. Der Alchemist nutzt diesen Moment und drischt mit seinem Zweihänder auf das Tier ein. Ava verschließt unterdessen meine klaffende Wunde in der Schulter, ich komme wieder zu mir und versuche außer Reichweite der Hauer zu kriechen. Als der Eber aufsteht, schlitzt Eskel die Flanke des Wildschweins komplett auf, sodass seine Innereinen sichtbar werden und dickflüssiges Blut auf den Waldboden tropft. Doch das Tier kämpft schwer schnaubend weiter. Sein nächster Angriff trifft unseren Kämpfer verheerend und auch dieser geht bewusstlos zu Boden. Moraven und Ava versuchen dem schwer angeschlagenen Tier vergeblich den letzten Rest Lebenskraft zu rauben und ich bin weiterhin bemüht am Boden entlang robbend aus seiner Reichweite zu gelangen. Auch Moraven geht nach nur einem einzigen schweren Stoß seiner Hauer zu Boden. Ich stehe auf und schieße einen Pfeil in den Körper des Tieres. Das hat jedoch nur zur Folge, dass sich der Eben nach mir umdreht und auf mich zuwankt. Ava, welche Eskel mittlerweile wieder auf die Beine geholfen hat, zieht unterdessen ihren letzten magischen Stein aus der Tasche ihres Umhangs. Mit einer flinken Bewegung schleudert sie den Stein an den Hinterkopf der Bestie. Wenige Zentimeter vor mir bricht das Ungeheuer zusammen und verblutet auf dem Waldboden.



Wir sind alle schwer angeschlagen und Ava versorgt die lebensbedrohlichen Wunden bevor wir uns das Innere des Baus genauer ansehen. Neben Kot und den Überresten früherer Opfer finden wir einige nützliche Gegenstände, darunter eine Hellebarde +1 und einen Schutzring +1. Wir nutzen den Bau als Unterschlupf für die Nacht und brechen am nächsten Tag erneut auf um die Gegend zu erkunden. Nach zwei weiteren Tagen, welche ereignislos verlaufen, verlassen wir die Narlmark und reisen weiter in Richtung des Handelspostens. Dabei durchqueren wir wieder unbekanntes Land und Moraven führt dabei Xin’s Aufzeichnungen weiter.

2. Sonderbares Gesocks in der Dunkelheit
Auf unseren Streifzügen durch die hügelige Ebene entdecken wir eine von Gestrüpp versteckte Felsspalte. Wegen unserer Erfahrungen in naher Vergangenheit sind wir sehr vorsichtig und wirken einige Schutz- und Verstärkungszauber bevor wir die Höhle betreten. Als wir in die Dunkelheit hinab steigen finden wir uns in einem wenige Meter breitem Gang wieder. Wir sorgen für gute Lichtverhältnisse und folgen diesem weiter in den Berg hinein. Der Weg wird von einem kleinen Bächlein überspült und wir müssen durch Fußhohes Wasser waten. Eskel hält plötzlich an und macht uns auf ein merkwürdiges Geräusch aufmerksam. Ein leises Klackern scheint vor uns aus der Höhle zu kommen, aber Moraven ist sich sicher es auch hinter uns zu hören. Beunruhigt sehen wir uns um, können jedoch nichts entdecken. Als wir unseren Weg fortsetzen wollen, springt ein kleines insektenartiges Wesen Eskel auf die Schulter. Dieser kann es nicht sofort abschütteln und das Biest schnappt nach seinem Zweihänder. Kaum hat es die Waffe berührt, breitet sich ein dunkler Fleck auf der Scheide aus. Nur wenige Augenblicke später hält Eskel ein völlig verrostetes Schwert in der Hand. Zwei weitere Vexgit springen von der Höhlendecke auf uns herab. Ich betäube sie mit den sprühenden Farben und auch Moraven gelingt es nach einigem kleineren Handgemenge das letzte Vexgit zu erledigen. Ich spieße die zwei betäubten auf mein Wakizashi auf und wir dringen weiter in die Höhle vor. Ich merke, dass ich in Zukunft sparsamer mit meinen Zauberkräften umgehen muss, denn einige der zuvor gewirkten Zauber sind bereits erloschen und auch diese Gegner hätten wir ohne Magie problemlos erledigen können.
Dem Gang folgen wir weiter bis wir auf ein größeres Gewölbe treffen. Das Bächlein mündet in einen See dessen Grund wir nicht erblicken können. Als wir uns an der Höhlenwand um die Ecke schleichen, erblicken wir zwei Rostmonster im hinteren Teil der Höhle. Bevor diese uns anfallen können, stürmt Eskel auf diese zu. Moraven und ich versuchen die Rostmonster mit einem Schlafzauber zu belegen, doch wir müssen feststellen, dass der Zauber zu schwach ist. Eskel wir nicht direkt angegriffen, die Monster zielen stets auf seine Rüstung und das Langschwert, was er nun anstelle des Zweihänders führt. Er weicht ihren Angriffen jedoch geschickt aus und kann ihren Effekten widerstehen und bald sind beide niedergestreckt.



In der Annahme, dass sich nun keine Feinde mehr in der Höhle befinden, durchsuchen wir diese. Als Eskel ein Skelett eines Zwerges im hinteren Teil des Gewölbes untersucht, stürzt sich schon wieder etwas aus der Höhe auf ihn. Urplötzlich befindet sich der Alchemist komplett eingehüllt inmitten eines großen wabbeligen Säurewürfels. Ich habe schon einmal über diese äußerst verstörenden Kreaturen gelesen. Schlicke lauern in Gewölben und sind in der Regel mit herkömmlichen Waffen nicht zu schlagen. Sie verschlingen alles was ihren Weg kreuzt und ist man in ihrem Inneren gefangen, ist es schwer möglich ihnen zu entkommen. Ich laufe zu Ava um ein Eskel mit Hilfe eines Seils zu befreien, doch Moraven hat eine bessere Idee. Er zückt eine Schriftrolle und erzeugt einen schrillen stehenden Ton, welcher sich als Materie manifestiert, durch die Außenwand in den Gallertwürfel hineinragt und Eskel hilft dem Schlick zu entkommen. Ich will schon die Flucht antreten, aber Eskel meint das Glibberwesen besiegen zu können. Es ist weniger flüssig als in den verstaubten Büchern beschrieben und so versucht Moraven es mit magischen Tonscherben zum Bersten zu bringen. Er reißt große Stücke aus dem Schlick und auch die Bomben unseres Alchemisten zeigen ihre Wirkung. Ava versucht das Säuremonster mit einer Seife zu schwächen. Als die Druidin diese in den Würfel steckt, verätzt sie sich die Hand, doch die Seife zeigt ihre Wirkung. Die Oberfläche des Gallertwürfels wird wässrig und er verliert weiterhin an Masse. Mehrmals versucht der Schlick meine Freunde zu verschlingen, doch Ava, Eskel und Moraven springen stets geschickt beiseite. Ich werfe dem Barden ein Seil zu, damit wir uns im Notfall gegenseitig aus den Fängen befreien können. Letztendlich gelingt es Eskel jedoch den Schlick mit einer seiner Bomben zu sprengen. Die wabernde Masse verteilt sich auf dem Höhlenboden und der Alchemist macht sich sofort daran die Säure in seine kleinen Phiolen abzufüllen, damit wir den Troll demnächst mit den Überresten unserer Feinde bewerfen können.
Als Moraven die Höhlenwand im Fackelschein abtastet, entdeckt er eine schimmernde Goldader im Berg. Wir scharen uns erstaunt um ihn und bemerken, dass sich weitere kleinere Adern im Berg befinden. Wir fangen an begeistert die Höhlenwand absuchen und von unserem zukünftigem Reichtum zu fantasieren. Moraven kratzt ein bischen Gold aus dem Stein und füllt es in eine Phiole. Die andern sind sehr besorgt, dass irgendwer das Gold entdecken und von unserem Fund erfahren könnte. Ich kann die Geheimnistuerei nicht verstehen und ziehe mich zurück um mich etws auszuruhen.



Wir übernachten in der Höhle und am nächsten Morgen nimmt Eskel ein Bad im eiskalten Bergsee, muss aber feststellen, dass sich nichts Interessantes auf dem Grund finden lässt. Anstatt direkt zum Handelsposten zurück zu kehren, wandern wir nach Osten. Noch haben wir einige Tage, bis wir nach Restov aufbrechen müssen. Die Landschaft wird karger und es finden sich kaum noch Bäume. Umso auffälliger ist eine vom Blitz gespaltene alte Eiche, welche in der verlassenen Ebene heraussticht.
Als wir den Baum erreichen, können wir keine Gefahren ausfindig machen. Nach kurzer Zeit stellt Ava fest, dass der Boden unter einer dicken Wurzel vor kurzem anscheinend umgegraben wurde. Wir fangen an zu graben und stoßen schnell auf eine sehr schlecht versteckte und nicht gesicherte Schatztruhe. Darin finden wir einige Waffen, einen silbernen Ring und . Ansonsten scheint sich nichts Weiteres an der alten Eiche zu befinden und wir machen uns auf den Weg zu Oleg.

Von unserem Freund werden wir herzlichst empfangen und wir genießen die angenehme Atmosphäre im Handelsposten für eine Nacht. Ich bringe Svetlana den Silberring, doch bei dem Stück handelt es sich nicht um ihren, der von den Banditen entwendet wurde. Ihr gefällt das Schmuckstück jedoch, weshalb ich es ihr gerne überlasse. Am nächsten Morgen brechen wir unsere Reise nach Restov auf. Diese verläuft ruhig. Wir kommen am Militärposten Kastell Serenko vorbei und machen wieder Rast in Nivaktaksbrück. Da wir ohne Xin und Karosh reisen erkennen uns die Bewohner nicht wieder und wir werden zu einem vernünftigen Preis beherbergt. Dort treffen wir erneut auf Friedhelm, den rothaarigen Burschen, welcher uns damals begleiten wollte. Ava findet Spaß daran den unerfahrenen jungen Mann mit Drachengeschichten zu beeindrucken. Während unserer Reise dichtet Moraven Lieder über unserer Heldentaten. Der Triumpf Schlitzzahn, den legendären Eber der Narlmark getötet zu haben, steht dabei stets im Mittelpunkt. Wir überlegen, dass es gut wäre, wenn wir uns einen Ruf aufbauen. Die Geschichte eignet sich dafür hervorragend. Ava entwirft dafür ein Logo mit einem Eberkopf, welches wir gut sichtbar auf Kleidung und Rüstung auftragen wollen. Ebenfalls überlegen wir, ob wir unserer Abenteurergruppe einen Namen und ein Motto geben sollten. Bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Jomani Surtova und den anderen Gruppen könnte das einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Außerdem versuchen wir zu erörtern, wie das Treffen ablaufen wird und welche Verhandlungsstrategie wir an den Tag legen sollen. Dafür müssen wir unserer Ziele aber erste einmal abstecken und uns die politisch komplizierte Situation für den Bürgermeister Restovs vor Augen führen. Noch bleiben uns zwei Tage um entsprechende Vorbereitungen zu treffen und einige nützliche Dinge in Restov zu erwerben.

Siebte Sitzung am Dienstag, den 29. Dezember 2015 in Frankfurt.
Mit Tobi, Miles, Lena, Dominik und mir.



Zuletzt von Jakob am Mi Nov 02, 2016 9:05 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Jetzt ist dieser Bericht bebildert und damit fertig. Danke für die Bilder Tobi! Smile

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