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#25 Der Drache und sein Reiter (27. bis 28. Sarenith, 4711 AZ)

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Ein Reisebericht von Faquarl

1. Die Jagd nach den Flüchtigen
Von einem Moment auf den anderen verschwinden wir. Ava und Eskel bleiben unsichtbar in der Hütte zurück. Draußen tobt das Chaos. Auf dem Dach ist das Kratzen und Hämmern des ‚Königs des Waldes‘ zu hören. Dann verschwindet die Hütte. Der geflügelte, zweibeinige Hirsch stürzt zu Boden, Ava und Eskel schwingen sich zeitgleich in die Lüfte. Während Ava in Gestalt eines Adlers innerhalb von Sekunden über den Baumwipfeln verschwunden ist, kommt Eskel deutlich weniger schnell voran. Er bemerkt, dass der von Lucretias beschworenem Dämon, einem Babau, mit blitzenden Augen fixiert wird. Dieser scheint sich von dem Unsichtbarkeitszauber nicht täuschen zu lassen, nimmt sofort die Verfolgung auf und versucht die magischen Effekte, welche den Alchemisten schützen, zu bannen. Das gelingt vorerst nicht und Eskel kann in sichere Höhen aufsteigen, den Fluss überqueren und dort landen, da er zu Fuß deutlich besser vorankommt. Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, steht der Dämon wieder vor ihm. Ein Teleportationszauber! Abermals stößt Eskel sich ab, um dem Babau auf dem Luftweg zu entkommen. Doch plötzlich schwindet wie Magie, welche den Alchemisten in der Luft hält, er strampelt und fällt unsanft zu Boden. Der Zauber wurde gebannt. Was nun? Kämpfen oder fliehen? Eskel bleibt für einen kurzen Moment unentschlossen stehen bevor er sich blindlings in den Kampf stürzt.



Als ich mich umsehe bemerke ich, dass Magni und Grunda zurück geblieben sind. Verärgert will ich nach ihnen rufen, dann erkenne ich den Grund für ihr Zögern. In der Ferne steht das schwarze Wesen, uns den Rücken zugewandt. Im nächsten Moment erscheint direkt vor diesem Eskel, der wieder sichtbar wird, als der Hieb seines Schwertes seinen Verfolger trifft. Grunda zückt sofort entschlossen ihr Rapier und eilt Eskel zur Hilfe. Wenn das mal gut geht, Lucretia könnte jeden Moment zwischen den Bäumen auf der anderen Seite des Flusses auftauchen. Sie darf uns nicht finden, wir sollten umgehend in den schützenden Wald fliehen. Magni ist noch unentschlossen und beobachtet das Geschehen aus der Ferne. Ich winke ihn hinter einen Baum, damit wenigstens wir nicht sofort gesehen werden. Der Babau weicht Eskels Schwert einmal, ein zweites Mal aus, doch wird dann von Grundas Rapier von hinten durchbohrt. Glücklicherweise haben wir nicht viel Zeit verloren und so warten wir bis unsere Freunde zu uns gestoßen sind. „Ava konnte fliehen, sie war in sekundenschnelle auf und davon“, keucht Eskel erschöpft. „Schneller als der Wind“, hören wir die Halblingsdame über uns kichern. Die unsichtbare Ava scheint also auch anwesend zu sein und über unseren Köpfen die Flucht zu überwachen. Wir laufen so schnell wir können, Magnis Rüstung scheppert laut, doch unsere Verfolger müssten wir weit hinter uns gelassen haben.

Keine Minute später warnt Ava uns mit einem erschrockenen Ausruf. Ich blicke mich um und bin entgeistert, als ich in der Ferne, wo sich einst unsere Hütte befand und jetzt eine Rauchsäule in den Nachthimmel aufsteigt, ein Drache in die Luft erhebt. Auch kann ich erkennen, dass dieser eine Person auf seinem Rücken trägt. Ein Drache? Wo kommt der so plötzlich her? Das hat uns gerade noch gefehlt. Seine Schuppen schimmern grünlich im Licht der Sterne. Mit einer mir bisher unbekannten Geschwindigkeit fegt er über die Baumwipfel hinweg. Hektisch schlagen wir uns tiefer in den Wald und ich weise Ava an nicht zu hoch zu fliegen, da ich vermute, dass der Drache in der Lage ist auch unsichtbare Kreaturen wahrzunehmen. In einiger Entfernung fliegt er an uns vorbei und wir können kurz aufatmen. Er scheint uns nicht gesehen zu haben. Wir hingegen konnten erkennen, dass es sich um einen noch recht jungen Drachen handeln muss, da er noch nicht die riesigen Ausmaße seiner älteren Verwandten hat. Auf seinem Rücken saß der Svartalfar. Doch wir sind nicht in Sicherheit, im Gegenteil. Der Drache und sein Reiter ziehen große Kreise über den Baumkronen. Wir müssen stets wachsam sein, unsere Verfolger im Blick behalten, uns verstecken und kommen, in ständiger Angst entdeckt zu werden, nicht sonderlich gut voran. Doch der Drache ist nicht die einzige Kreatur am Nachthimmel. Wir hören die durchdringenden, schrillen Schreie großer Vögel, welche durch das Tal fliegen und ebenfalls Späher sein könnten. Wenig später sehen wir auch noch Lucretia auf einem fliegenden Geisterross in Richtung des Turmes reiten. Sie macht glücklicherweise keine Jagd auf uns und wir versuchen weiter voran zu kommen.



Während wir so durch den Wald streifen, kreuzt ein kleiner Feengeist unseren Weg. Bevor sich dieser aus dem Staub machen kann, stürzt sich der Avadler auf ihn. Die zierlichen Knochen brechen, als Ava ihn mit ihrem Schnabel aus der Luft fischt. Jammernd quiekt der kleine Geist bevor er vollends verschlungen wird. Kurz darauf zieht der Drache in unmittelbarer Nähe vorbei. Ava ist daraufhin bedrückt und unglücklich über das Schicksal ihres hilflosen Opfers. Wir reden ihr gut zu, beteuern, dass dies notwendig war, denn wir dürfen nicht riskieren, dass die kleinen Biester uns verraten. Zumal wir vor Kurzem noch von hunderten von ihnen attackiert wurden. Es dauert nicht lange, da sehen wir erneut einen von ihnen durch den Wald schwirren. Er hält, wie auch schon sein Vorgänger, eine Beere in seinen kleinen Händen. Um Ava die unangenehme Aufgabe zu ersparen, spanne ich einen Pfeil in meinen Bogen. Lang ist es her, dass ich diesen zuletzt auf einen Feind gerichtet habe. Ich konzentriere mich, visiere den Winzling an und … schieße vorbei. Eskel greift ebenfalls nach seinem Bogen und auch ich lege schnell einen zweiten Pfeil ein. Zwei Treffer, doch beide können die widerspenstige Fee nicht zur Strecke bringen. Mit einem Kreischen will sie davonfliegen, als Grundas Speer herangerauscht kommt und den Geist in der Luft zerfetzt. Wir wollen schon aufatmen, da vernehmen wir das nahende Gebrüll des Drachen. Wir wurden entdeckt!



Wie kann das sein? Besteht eine telepathische Verbindung zwischen den Geistern und dem Drachen? Ganz gleich wie sie kommunizieren, wir müssen schleunigst von hier verschwinden. Doch uns bleibt keine Zeit. Während wir uns noch gehetzt nach etwas umsehen, was uns als Versteck dienen kann, hören wir den Drachen ganz in der Nähe durch die Baumkronen brechen und auf dem Waldboden landen. Wir halten still, hoffen verzweifelt, dass der Drache uns nicht bemerkt und wissen doch, dass dies bereits geschehen ist. In meiner Verzweiflung erzeuge ich ein Trugbild eines Strauches, welches uns verbergen soll. Angespannt stehen wir regungslos da und hören, wie der Drache die Luft durch seine Nüstern bläst. Er wird uns wittern, wir können uns nicht verstecken. Was nun? Plötzlich erwacht der Waldboden zum Leben. Wie schon auf der Lichtung der Blühtenfee sprießen Ranken hervor und versuchen uns zu fesseln. Einige springen bei Seite, andere versuchen die Pflanzen gewaltsam zu durchtrennen und im nächsten Moment jagt das Monster zwischen den Bäumen auf uns zu. Ich erblicke das erste Mal einen Drachen aus unmittelbarer Nähe. Die schimmernd grünen Schuppen, die kräftigen Gliedmaßen, die hellen, intelligenten Augen, das mit messerscharfen Zähnen besetzte Maul. Und eben jenes öffnet sich in diesem Moment und wir werden von einer ätzenden, grünen Wolke eingehüllt. Ein alles einnehmender, den gesamten Körper betreffender Schmerz legt sich auf meine Gliedmaßen, die Haut brennt und wirft Blasen. Um die Bestie fern zu halten, erschaffe ich ein, den Waldboden bedeckendes, Spinnennetz. Der Drache verfängt sich darin und versucht sich frei zu kämpfen, wird jedoch von den klebrigen Strängen an Ort und Stelle gehalten. Ich nehme reis aus, versuche mich aus der Reichweite seines Säureodems zu begeben. Ava beschäftigt den verstrickten Drachen mit ihrer Wasserkugel und lässt Felsbrocken auf ihn regnen. Doch wo ist der Svartalfar? Er sitzt nicht auf dem Rücken des Drachen, was uns nun erst auffällt. Eskel und Magni überlegen kurz die Gunst der Stunde zu nutzen und den Drachen anzugreifen, besinnen sich jedoch und so fliehen wir in den Wald. Das wütende Gebrüll wird allmählich leiser, bis es schließlich nicht mehr zu hören ist.



Nachdem Ava die Wunden, welche uns allen vom Atem des Drachen zugefügt worden sind, geheilt hat, ist einer ihrer Heilerstäbe bereits aufgebraucht und auch der zweite und letzte scheint durch die ständigen Angriffe unserer Widersacher schon arg beansprucht. Wir müssen aufpassen, damit wir unsere wertvollen Ressourcen nicht zu schnell verbrauchen. Wer weiß wie lange wir noch im Zwielichtreich gefangen sind und von Roswen, Lucretia, Drachen und anderen schrecklichen Kreaturen verfolgt werden. Wir versuchen weiter voran zu kommen, doch der Turm bleibt in unerreichbarer Ferne. Wie kann es uns gelingen zu ihm zu gelangen? Heute sind wir ihm keine drei Meilen nähergekommen. In diesem Tempo werden wir es niemals dorthin schaffen, ohne ein weiteres Mal vom Drachen oder anderen Kreaturen aufgespürt zu werden. Unsere Feinde sind zu mächtig und wir können uns nicht effektiv vor ihnen verstecken. Ganz zu schweigen von einer weiteren Nacht im Wald ohne Unterschlupf. Während wir im Schatten der Bäume entlang ziehen und diesen Gedanken nachgehen, beginnen wir an unserer Situation zu verzweifeln. Das Unterfangen scheint aussichtlos. Wir können den Turm nicht erreichen, der Drache wird uns abermals finden. Doch was, wenn wir den Drachen überwältigen könnten, ihn in einem Kampf besiegen? In einem Kampf zu unseren Bedingungen, vielleicht indem wir ihm eine Falle stellen. Aber einem Drachen eine Falle stellen? Er scheint es mitzubekommen, wenn die kleinen Geister angegriffen werden. Wenn wir nun eben einen solchen Angriff vorbereiten, warten bis der Drache sich nähert, ihn an einen von uns gewählten Ort locken, ich die Gruppe vor den Säureangriffen schütze und wir versuchen unsere zahlenmäßige Überlegenheit zu nutzen um ihn einzukreisen? Zwar dürfte es schwer werden, aber der gemeinsam entwickelte Plan wird einstimmig beschlossen. Denn er scheint weniger aussichtslos als in einen Hinterhalt des Drachen zu geraten. Eskel wendet ein, dass er bereits einige seiner Mutagene verbraucht hat und neue vorher herstellen müsse, da er sonst in einem Kampf völlig aufgeschmissen sei. Somit machen wir Rast und warten auf unseren Alchemisten, welcher in einer sonderbaren Prozedur allerlei Substanzen miteinander vermengt.

Während wir warten, kommen noch einige weitere Feengeister vorbei. Ab sofort koordinieren wir unsere Angriffe besser, wodurch die kleinen Feen von unseren Pfeilen durchlöchert werden, bevor sie irgendein Signal abgeben können. Sie alle kommen immer aus derselben Richtung und haben stets eine verzauberte Beere bei sich. Diese, das weiß Ava, sättigen eine Person und beschleunigen die Heilung kleinerer Wunden. Doch noch bevor Eskel seine Arbeit vollendet hat, ereilt uns ein erneuter Warnruf des Avadlers. Eine Patrouille der großen Vögel scheint uns erspäht zu haben. Binnen weniger Sekunden stürzen vier von ihnen im Sturzflug durch das Dickicht. Es handelt sich um Leichenkrähen, dreiköpfige Jäger der Lüfte, ihre schwarz-öliges Federkleid wirkt arg mitgenommen, was ihre Flugfähigkeiten jedoch nicht einzuschränken scheint. Wir werden von dem plötzlichen Angriff abermals überrascht. Eine der Bestien stürzt sich auf mich, hackt mit ihrem Schnabel nach mir und gräbt ihre Klauen in mein Fleisch. Ich stolpere schwer angeschlagen zurück und mache mich unsichtbar. Doch der Vogel gibt nicht auf, setzt nach und hackt blindlings nach mir. Unglücklicherweise bohrt sich der Schnabel mitten in meine Brust. Ungläubig starre ich auf die klaffende Wunde, merke nur noch wie ich das Gleichgewicht verliere, bevor mir schwarz vor Augen wird.

Grunda liefert sich einen harten Kampf mit einem der Vögel, kann einige Federn mit ihrem Rapier abtrennen und die nach ihr greifenden Klauen mehrmals erfolgreich parieren. Doch auch sie geht schließlich mit mehreren tiefen Wunden bewusstlos zu Boden. Eskel und Magni sind nicht sofort zur Stelle. Magni hatte sich in einiger Entfernung aufgehalten und Eskel musste noch nach seinem Schwert eilen, welches an er für seine alchemistischen Arbeiten beiseitegelegt hatte. Ihr Eingreifen bringt die Wendung im Kampf. Insbesondere Eskel, welcher sich schützend vor Grunda stellt und gleich zwei der Vögel abwehrt, muss aber ebenfalls einiges einstecken. Avas Blitze und Blitzkugeln bringen die letzten Leichenkrähen schließlich zur Strecke. Ich habe großes Glück nicht zu verbluten, denn aufgrund meiner Unsichtbarkeit dauert es ein wenig bis meine Freunde mich finden und wieder aufpäppeln können. Auch danach ist mir, aufgrund des hohen Blutverlustes, noch etwas schlecht.

2. Mathildas Kuchen
Besorgt schwingt sich Ava kurz darauf wieder in die Luft und späht nach weiteren Angreifern, welche durch den Kampf auf uns aufmerksam geworden sein könnten. Doch sie kann glücklicherweise nichts entdecken, der Drache ist außer Sichtweite. Sie macht uns aber auf eine andere Entdeckung aufmerksam, ein gelbliches Schimmern zwischen den Baumwipfeln in östlicher Richtung. Es sieht so aus, als ob sich dort eine Art Lichtung befinden würde, eventuell wieder eines der Blumenfelder der Blütenfee. Meine Gefährten übergehen diese Information, doch ich werde hellhörig. Der besagte Ort befindet sich zwar nicht auf unserem direkten Weg, doch der kleine Umweg ist es meiner Auffassung nach wert ihn aufzusuchen. Zudem scheinen die Feengeister mit ihren Beeren stets aus dieser Richtung zu kommen. Ich schlage also vor ihrer Fährte zu folgen, um nachzusehen, was es mit der gelb schimmernden Lichtung auf sich hat. Nachdem wir durch den Angriff der Leichenkrähen erneut stark geschwächt wurden, wollen wir keinen Kampf mit dem Drachen riskieren. Doch dies ändert nichts daran, dass es weiterhin als äußerst unwahrscheinlich angesehen werden kann den Turm unbehelligt zu erreichen. Aber ich werde überstimmt, keiner will meinem Vorschlag folgen. So einfach gebe ich mich jedoch nicht geschlagen. Ich überlege, wie ich meine Freunde von dem Vorhaben am besten überzeugen kann und lege nachvollziehbar dar, dass es wohl nicht schaden kann dem besagten Ort einen Besuch abzustatten. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit dort auf Hilfe, Antworten oder ähnliches zu stoßen gering ist, wir dürfen keine Chance ungenutzt lassen. Tatsächlich gelingt es mir alle bis auf die sturköpfige Ava zu überzeugen und so schlagen wir doch noch den von mir präferierten Weg ein.

Es dauert nicht lange, da gelangen wir an den Ort, von welchem das Leuchten ausgeht. Schon auf dem Weg hierhin sind wir immer mehr der kleinen Feengeister begegnet. Alle haben wir ausgeschaltet und mittlerweile einen kleinen Beerenvorrat angelegt. Hier aber tummeln sich hunderte der kleinen, leuchtenden Geister und schwirren geschäftig um einen großen Strauch. Von diesem pflücken sie die Beeren, bringen diese dann zu einem zentralen Sammelpunkt hinter einem schönen, kleinen, erleuchteten Häuschen oder verzaubern diese direkt, um daraufhin in alle möglichen Richtungen davonzuschwirren. Einige Zeit beobachten wir die winzigen Feen bei ihrer Arbeit, doch dann will Eskel auch herausfinden, was es mit der Behausung auf sich hat, welche von außen schön verziert und mit Blumen geschmückt ist. Nachdem Magni ihn unsichtbar gemacht hat, schleicht er zu dem Haus und wirft einen Blick durch die Fenster ins erleuchtete Innere.



Er erblickt einen, in warmes Licht getauchten, großen Raum, in welchem ein Kaminfeuer brennt und in dem eine große, sehr dürre Frau mit weißem Haar und in langen, dunklen Gewändern damit beschäftig ist allerlei Leckereinen zu backen. Eskel den Rücken zugekehrt formt sie mit ihren knochigen, langen Fingern einen goldgelben Teig und bereits abgebackenen Kuchen duften so intensiv, dass er den Geruch auch im Freien deutlich wahrnimmt. Er meint unbemerkt geblieben, begutachtet die hagere Fee, eine Baboa Sith, welche mit ihrem Tanz Kreaturen für sich einzunehmen vermag. „Weshalb stehst du noch dort draußen? Komm herein, hier ist es warm, hier gibt es Gutes. Du bist erschöpft und hungrig, was hält dich auf?“ Eskel erschrickt. Die Fee hat ihn soeben direkt auf Elfisch angesprochen, ohne sich nach dem Unsichtbaren umzusehen. Jetzt wendet sie sich ihm zu, schaut in seine Richtung, ein freundliches Lächeln auf den Lippen. „Mann ohne Antlitz, wovor hast du Angst? Vor mir? Nicht doch, vor mir brauchst du dich nicht zu fürchten.“ Sie ist sich seiner Anwesenheit bewusst, ohne ihn sehen zu können. Es vergehen einige Sekunden, in denen Eskel sie anblickt und fieberhaft überlegt. Doch bevor er etwas entgegnen kann, greift die Baboa Sith seinen Gedanken auf. „Deine Freunde, ich verstehe. Nun lauf schon zu ihnen, führe sie hierher. Auch ihnen gilt meine Gastfreundschaft.“ Verwirrt beobachtet Eskel die Frau an, welche sich nun wieder ihrer Arbeit zuwendet. So steht er noch für einen kurzen Moment ungläubig im Freien, bevor er umkehrt um uns zu berichten.



„Seid ihr völlig wahnsinnig? Du sagtest selbst, dass diese Baboa Sith Feinde mit ihrem Charme täuschen. Und alles was du berichtest hört sich ganz danach an, als sei ihr dies bereits bei dir geglückt. Zudem scheint sie deine Gedanken zumindest erahnen zu können. Du bist ihr offenkundig bereits erlegen, aber was ist mit euch? Seid ihr so verzweifelt, dass ihr sehenden Auges in die Falle tappt?“ Ich bin entsetzt, meine Gefährten wollen wirklich das scheinheilige Angebot annehmen, sich zu dieser Verführerin in die gute Stube setzen und womöglich noch von ihrem ‚herrlich duftendem Kuchen‘ kosten. Was ist bloß mit ihnen los? Eben noch musste ich sie davon überzeugen mir hierher zu folgen, nun bereue ich, dass ich sie dazu überredet zu haben. Denn sie scheinen sich nicht abbringen zu lassen. „Wovor hast du schon wieder Angst, Faquarl?“, entgegnet Grunda spöttisch, „Vor einer einzigen Fee? Was spricht denn dagegen? Wir sind ihr zahlenmäßig überlegen. Und vielleicht will sie uns wirklich nur eine Freude machen, höflich sein.“ Höflich sein? Wie viele der Fremden, welchen wir hier begegnet sich haben uns mit offenen Armen empfangen? Was, wenn sie Verbündete ruft. Den Svartalfar und den Drachen, Lucretia, oder gar Roswen? Doch ich kann meine Gefährten nicht von der aberwitzigen Idee abbringen und folge ihnen schließlich in die kleine, hübsche Hütte.

Die absonderlich ausschauende Frau öffnet zuvorkommend die Tür zu ihrem Heim. Ein warmes, von köstlichem Duft getränktes Zimmer erwartet uns, als wir vorsichtig über die Schwelle treten. Wir werden willkommen geheißen, sie stellt sich als Mathilda vor und bietet uns, als wir allesamt Platz genommen haben, von ihrem Kuchen an. Doch wir sind skeptisch und lehnen dankend ab. Wie schon aus Eskels Berichten hervorging, habe ich in diesem Moment das Gefühl, sie erahne unser aller Gedanken, denn des Öfteren spricht sie uns direkt auf unsere konkreten Bedenken an. Grunda ist schnell von der Güte der Fee überzeugt und schlägt ihr Angebot nicht mehr aus, schließlich probiert auch Eskel, bis auch alle anderen sich hungrig über ihren Kuchen hermachen. Nur ich rühre nichts an, sitze regungslos auf meinem Stuhl und lasse die Baboa Sith nicht aus den Augen. Sie lässt sich von meinem Argwohn nicht irritieren und vertieft sich in ein Schwätzchen mit Grunda und Eskel. Wir brauchen ihr nicht viel zu berichten, sie weiß offenkundig, dass wir auf der Flucht sind. Ihre Berichte sind, im Gegensatz zu den Gesprächen mit der Blütenfee und Lucretia erhellend, denn sie gibt sich weit weniger geheimnisvoll. So erfahren wir, dass sie schon seit vielen Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten im Zwielichtreich lebt und dieses durch ihre Leckereien und zuletzt auch vermehrt durch die Guten Beeren mit Nahrungsmitteln versorgt. Denn seit Lucretia hier aufgetaucht sei, bestehe vermehrt Bedarf nach diesen. Die zahlreichen Spriggan, welche seither für den Kampf gegen Eindringlinge benötigt werden, müssen schließlich versorgt werden. Wir erfahren, dass die gnomähnlichen Wesen an einem eigens dafür vorgesehenen Ort im Nordwesten des Reiches durch den Befall mit Zwielichtkraut gefügig gemacht werden. Aber weshalb erzählt sie uns davon? Magnis Angaben zufolge spricht sie die Wahrheit. Einerseits versorgt sie die Heere Roswens, andererseits gibt sie uns Informationen, welche wir gegen die Herrscherin des Zwielichtreiches verwenden könnten. Plötzlich wendet sie sich direkt an mich. „Für den Ausfall an Beeren hätte ich gerne 100 Goldmünzen. Als Zeichen der Wiedergutmachung.“ Ich bin überrumpelt, kann in diesem Moment nicht überspielen, dass wir ertappt wurden und lasse mir etwas Zeit mit der Antwort. „Ich meine dies ist angemessen. Doch will ich dir 250 Goldstücke geben, wenn ihr uns im Gegenzug weiter einhundert eurer verzauberten Guten Beeren überlasst.“ Sie willigt ein uns so erhalten wir einige Einmachgläser mit den kleinen Früchten.

Allmählich verfliegt mein Misstrauen. Mathilda scheint eine Bewohnerin des Zwielichtreiches, welche sich nicht sonderlich um die Ziele der beiden Schwestern scherrt, sondern ein einfaches Leben als Bäckerin in ihrer behaglichen Hütte genießt. „Aber seit hier etwas frischer Wind weht, habe ich mich ab und an ertappt mir vorzustellen diesen Ort zu verlassen. Nach etwas Neuem Ausschau halten, das Glück woanders suchen. Insbesondere als gestern meine zwei Gäste von ihren Abenteuern berichteten.“ „Gäste? Welche Gäste?“, fragt Grunda irritiert. „Ein kleiner Drache und …“ Sofort springen wir hektisch auf, Magni und Eskel sind umgehend kampfbereit. Doch Mathilda bleibt gelassen sitzen und lacht. „Nicht doch. Einen Moment, ich werde sie holen. Sie schlafen vermutlich tief und fest.“ Es dauert einige zähe Momente, in welchen wir angespannt auf Mathilda warten, welche ins obere Geschoss verschwunden ist. Doch ich ahne bereits um wen es sich handeln könnte. „Perliwash!“ Ava läuft freudig ihrem Spielgefährten entgegen und umarmt den Feendrachen stürmisch. Wir sind erleichtert und setzen uns wieder. Unser Freund ist freudig verwirrt uns hier anzutreffen und vergisst seine neue Freundin vorzustellen. Ein kräftiges Wildschwein ist ihm, die Treppe herunter, hinterhergetrottet und macht sich nun über die Leckereien her, welche ihm von Mathilda vorgesetzt werden. Er hat es ‚Bertha‘ getauft und tatsächlich handelt es sich um jenes Tier, welches er noch vor kurzer Zeit jagen wollte, bis Ava ihn überreden konnte es am Leben zu lassen. Nun ist die Stimmung völlig ausgelassen, Perliwash dominiert das Geschehen mit seinen sich überschlagenden Erzählungen und unzähligen kleinen Missgeschicken in der Küche Mathildas. Nach einiger Zeit beschließen Eskel und Magni zu Bett zu gehen, Ava, Perliwash und Bertha folgen ihnen bald, doch noch immer traue ich der Fee nicht gänzlich über den Weg. Wie naiv es wäre, sich jetzt zu Bett zu legen, sich ihr einfach auszuliefern. Doch auch ich bin erschöpft und zudem fühle ich mich etwas fehl am Platz, da das Gespräch zwischen Grunda und Mathilda zunehmend herzlicher wird, die zwei allerlei private Geschichten austauschen und die Paladina unserer Gastgeberin vermehrt Komplimente macht. Sie scheint der Fee vollends verfallen zu sein und als sie einige meiner warnenden Blicke ignoriert, entschließe ich ebenfalls ein wenig zu rasten.

Ich schrecke hoch. Tatsächlich, ich bin weggedöst. Dabei hatte ich mir doch vorgenommen zu wachen, nur etwas auszuruhen, um sicher zu gehen. Aber wer kann mir das verübeln, nach alledem was sich in den letzten Stunden zugetragen hat? Doch was war geschehen? Ich rufe mir die Ereignisse ins Gedächtnis. Lucretia, unsere spektakuläre Flucht, der Angriff des Drachen, meine schweren Verletzungen im Kampf gegen die Leichenkrähen und dann diese Baboa Sith. Sympathisch war sie gewesen, keine Frage. Aber kann man ihr vertrauen? Keinesfalls, wie konnte man schon jemandem vertrauen, welcher dazu imstande war die Gedanken Fremder wahrzunehmen. Ich blicke mich besorgt um. Doch meinen Freunden scheint es gut zu gehen. Auch sie schlafen tief und fest. Also schleiche ich mich hinab in die Küche und bin etwas erstaunt Matilda dort anzutreffen. Sie grüßt freundlich und bietet mir einen Keks an. Ich will ihn schon entgegen nehmen, ziehe meinen Arm dann aber doch zurück. „Immer misstrauisch, immer vorsichtig, immer ängstlich. Hätte ich euch vergiften wollen, ich hätte es in den letzten Stunden tun können, während ihr tief und fest geschlafen habt. Keine Angst, es ist nur Gebäck“, sagt sie lächelnd, mit einem leicht spöttischen Unterton und isst daraufhin ihren eigenen Keks. Ich bin zu erschöpft, um mich weiterhin gegen ihre Freundlichkeit zu wehren. Somit nehme ich mir auch von ihrem Gebäck und setze mich schweigend zu ihr. Es ergibt sich ein interessantes Gespräch, ich denke, sie redet. Gar nicht so unpraktisch, denn so brauche ich meine komplexen Gedanken nicht auch noch in Worthülsen verpacken, um sie mitzuteilen. Nach einiger Zeit erscheint auch Perliwash und mischt das Gespräch auf. Von der lauten Stimme des aufgeweckten Feendrachen werden dann auch meine Freunde wach. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Matilda machen wir uns auf den Weg. Wir bedanken uns bei ihr für die Gastfreundschaft und die wertvollen Hinweise. Wie schon Garuum und Ubagub machte sie uns darauf aufmerksam, dass wir im Fluss, welcher nahe ihrer Behausung vorbeifließt, unbemerkt den Turm Roswens erreichen könnten. Insbesondere Grunda scheint die Fee ans Herz gewachsen zu sein. Mehr als nur einmal schlägt sie ihr vor uns doch zu begleiten, ihren Wunsch, zu neuen Ufern aufzubrechen, in die Tat umzusetzen. Doch Matilda lehnt höflich ab. Sie scheint ihr Schicksal vorerst nicht mit dem unsrigen verknüpfen zu wollen, will sich nicht gegen Roswen und ihr eigenes zu Hause auflehnen.

3. Im Dunkel der Höhle
Ava macht einen Kopfsprung in das Wasser und verwandelt sich in diesem Moment in einen großen Rochen. Ich bin immer wieder von den vielfältigen Gestalten der Halblingsdame überrascht. Sie wirkt einen weiteren Zauber, welcher es uns über einen längeren Zeitraum ermöglicht unter Wasser zu atmen. So sollten wir unentdeckt bleiben. An mehreren Seilen zieht uns der kräftige Rochen durch den kühlen Bach. Es vergehen Stunden und die anfänglich spannende Unterwasserreise wird zu einer Tortur. Noch viel unangenehmer als die ständige Kälte sind die sich verkrampfenden Finger, welche das Seil festhalten, was tief in die vom Wasser aufgequollene Haut einschneidet. Doch es bleibt ruhig, keine Zwischenfälle, keine Spriggan, keine Feen, keine Drachen. Nur das Wasser und die beständigen, kräftigen Bewegungen des Rochens. Schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, teilt uns Ava mit, dass wir den Turm Roswens tatsächlich erreicht haben. Wir wagen einen kurzen Blick auf das riesige Gebäude, was dort vor uns in den Himmel ragt. Es ist kein einfacher Turm, sondern vielmehr ein prächtiges Schloss. Der Übergang zwischen unbehauenem Fels und dem erleuchteten Gebäude ist fließend, ein architektonisches Meisterwerk. Und es scheint sich nicht an die uns vertrauten Gesetze der Natur zu halten. Denn überall stürzen von dort oben Wasserfälle in die Tiefe, welche die Flüsse und Bäche des Zwielichtreiches speisen. Doch wie kommt das Wasser dort oben in den Turm? Hier müssen große Mächte gewirkt haben.



Wir können erkennen, dass es möglich ist auf dem Wasserweg in eine große Höhle vorzudringen und hoffen von dort aus in höher gelegene Gebiete zu gelangen. Somit tauchen wir wieder ab und lassen uns von Ava in die Grotte transportieren. Kaum zu glauben, wie unbehelligt wir bis hierher vordringen konnten, war die Reise durch den Wald doch so beschwerlich und von ständigen Angriffen auf uns gekennzeichnet. Bald schon wird die Weiterreise durch einen wenige Meter hohen Wasserfall blockiert. Glücklicherweise können wir auf einem schmalen Felsvorsprung weiter nach oben gelangen. Somit nimmt Ava wieder ihre ursprüngliche Gestalt an und wir steigen vorsichtig in der Höhle empor. Wir erreichen einen großen Hohlraum, wo aus vielen Metern Höhe ein tosender, einige Meter durchmessender Wasserstrahl in die Tiefe hinabstürzt, welchen den Fluss speist. Ich kann eine mächtige Beschwörungsaura ausmachen, die von dem Wasserfall ausgeht. Wird all dieses Wasser etwa durch einen Zauber erzeugt? Ich habe keine Zeit diesem Rätsel weiter nachzugehen, denn meine Gefährten drängen auf eine Entscheidung. Welchen der zwei Wege, die sich hier auftun, sollen wir nehmen? Da wir keine Anhaltspunkte haben, welcher Durchgang wohin führen könnte, entscheiden wir uns kurzerhand für linken. Nach wenigen Höhenmetern werden wir erneut vor die gleiche Entscheidung gestellt und nehmen abermals den Durchgang zu unserer Linken. Hier ist es dunkler, nun ist ein Großteil der Gruppe auf Lichtquellen angewiesen. Möglichst leise gehen wir, stets etwas Abstand haltend, den Gang entlang, bis wir einen schwach erleuchteten Raum vor uns erblicken. Eskel entschließt sich diesen erst einmal alleine zu betreten, um eventuell ungehört zu bleiben. Langsam schleicht er voran.

Als er einen Schritt in den Raum hinein macht, blickt er in die hellgrünen Augen des Drachen. Mit einem Satz ist dieser über ihm, peitscht mit Flügeln und Schwanz nach unserem Freund, gräbt seine Klauen in seine Seiten und schnappt nach ihm. Der Kampf, wenn man diesen als solchen bezeichnen will, ist vorbei, bevor wir irgendetwas unternehmen können. Als sich der grüne Drache von Eskel abwendet, sehen wir unseren Freund Blut überströmt, einen Arm in Fetzen, am Boden liegen. „Dartha gorf!“, rufe ich aus und schütze meine Freunde so vor dem Säureatem des Drachen. Magni stürmt auf die Bestie zu, schwingt seinen Hammer und versetzt ihm einen schweren Schlag in die Flanke. Grunda, welche beim dem Anblick Eskels einen Augenblick zögerte, tut es ihm gleich, springt dem Zwerg zur Hilfe und schirmt den schwer verletzten Freund ab. Der Drache macht sie sogleich als nächstes Ziel aus, beißt zu und erwischt sie mit einem Schwanzhieb. Wie schon bei unserer ersten Begegnung im Wald gelingt es mir, den Drachen in einem Netz aus dicken, klebrigen Fäden zu verstricken, wodurch er in seiner Bewegungsfreiheit gehemmt wird und wir zur Not eventuell fliehen könnten. Zudem hat er mit Avas Wasserkugel zu kämpfen. Magni landet einen weiteren heftigen Treffer und auch Grunda versenkt ihr Rapier bis zum Knauf zwischen den Schuppen des Ungetüms. Doch selbst in einer solchen Lage sind die Angriffe des Drachen tödlich. Grunda wird erneut Ziel seiner Klauen und ein weiterer Hieb des Schwanzes reißt sie von den Füßen. Ihr Kopf gegen den Fels und sie bleibt bewusstlos am Boden liegen. Daraufhin wendet sich der angeschlagene Drache dem Zwergen zu. Als er nach diesem schnappt, bekommt er jedoch Magnis Hammer gegen die Schnauze. Den peitschenden Flügeln weicht der Zwerg aus und auch der Schwanz fegt über ihn hinweg. Als sich der der Drache mit seinen Klauen auf unseren Freund stürzt, kann dieser im letzten Moment seinen Hammer hochreißen und Schlimmeres verhindern. Magni ist jedoch mehr mit Ausweichen, als mit Angreifen beschäftigt und wird ebenfalls das ein oder andere Mal getroffen. Ava jagt der Kreatur einen Blitz nach dem anderen entgegen und da dieser mittlerweile so viele schwere Verletzungen erlitten hat, versuche auch ich diesen mit magischen Geschossen zur Strecke zu bringen. Doch diese verpuffen wirkungslos an einem Schildzauber des Drachen. Ich mache mich bereit ins Kampfgetümmel zu laufen, sollte auch noch Magni fallen, um wenigstens zwei meiner Freunde hinaus zu teleportieren. Doch abermals wehrt Magni heldenhaft eine Vielzahl der Angriffe gegen sich ab. Unterdessen kommt Eskel wieder zu sich und greift fahrig nach seinem Schwert. Stöhnend kämpft er sich auf die Beine, nimmt alle Kraft zusammen und macht einen Schritt an das Monster heran. Der Drache schnappt nach seinem Schwertarm, um auch noch diesen in Stücke zu reißen. Doch Eskel zieht ihn schnell zurück, lässt seine Klinge in einem Bogen durch die Luft fahren und trennt den Kopf des Drachen mit einem kräftigen Schnitt ab.

Zitternd steht er vor dem leblosen Ungetüm, dann sinkt er ermattet zu Boden. Ava eilt herbei und heilt die lebensbedrohlichen Verletzungen von Grunda, welche daraufhin ihre heilige Energie kanalisiert. Alle sind wohl auf, wenn auch teils schwer angeschlagen. Im hinteren Teil der Höhle finden wir die Habseligkeiten des Drachen, darunter viele wertvoll erscheinende Edelsteine. Gemeinsam beschließen wir an Ort und Stelle zu rasten und ich überlege, wie wir unser Versteck sichern könnten. Währenddessen inspizieren Magni und Ava den toten Drachen. Der Zwerg versucht eine seiner Schuppen herauszubrechen und Ava fängt an von einer grün-schimmernden Rüstung zu träumen. Doch die beidem müssen feststellen, dass es Tage dauern würde das Ungetüm zu häuten. Inzwischen ist es mir gelungen den Zugang zum Gewölbe mit einem Alarm-Zauber zu versehen. Dieser wird mich warnen, sollte jemand unser Versteck aufsuchen. Wir stellen Wachen auf und machen es uns so gemütlich, wie dies in einer nasskalten, dunklen Höhle ist, in welcher das beständige Dröhnen des Wasserfalls von den Wänden wiederhallt.

Kaum habe ich die Augen geschlossen und bin zur Ruhe gekommen, da vernehme ich einen gut hörbaren Signalton. Jemand nähert sich, der Alarm wurde ausgelöst. Ich springe auf, brauche einen Moment um mich zu orientieren, wecke Ava und spähe hinter der Felswand hervor. Geistesgegenwärtig erzeuge ich ein Stilles Trugbild des schlafenden Drachen, welches den Leichnam verbirgt. Ich will auch die anderen warnen, da erscheint der Svartalfar schnellen Schrittes im Höheneingang. Wie konnten wir ihn vergessen? Wir haben den Drachen getötet, aber vom Reiter war weit und breit keine Spur. Es war nur eine Frage der Zeit bis er auftauchen würde. Er versucht verärgert den scheinbar schlafenden Drachen zu wecken, wirft einen kleinen Stein nach ihm, doch dieser fliegt ungebremst durch den illusionären Drachenkopf. Er verschwindet augenblicklich, die Tarnung wurde durchschaut. Von der Unruhe sind nun auch meine Freunde wach geworden. Schnell wirke ich einen Zauber, welcher es mir ermöglicht unsichtbare Kreaturen wahrzunehmen, kann unseren Feind jedoch nicht sofort entdecken, drehe mich um und sehe nur noch sein Schwert aufblitzen. Im letzten Moment springe ich zurück, was mir womöglich das Leben rettet. Trotzdem trifft mich der Stoß, dringt zwischen den Rippen in meine Brust. Würgend sacke ich zusammen und sehe nur noch Eskel, Magni und Grunda herbeieilen, bevor ich mein Bewusstsein verliere. Sie können den unsichtbaren Svartalfar jedoch nicht sehen und müssen auf gut Glück zuschlagen. Ava eilt unterdessen zu mir und verschließt die stark blutende Wunde. Ich komme zu mir und sehe meine Freunde, ihren Feind umringt, ins Leere schlagen. Noch während ich am Boden liege wirke ich einen Zauber. Eine Explosion glitzernden Staubs direkt über unserem Gegner, lässt seine Konturen erkennen. Er liefert sich einen erbitterten Kampf mit Grunda, Eskel und Magni, kann Grunda noch einige Schnittverletzungen zufügen, wird aber schließlich von Eskels Bastardschwert erschlagen.



Fünfundzwanzigste Sitzung am Sonntag, den 12. November in Frankfurt.
Mit Tobi, Lena, Dominik, Ilka und mir.

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