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#12 Erhebung in den Adelsstand (2. Abadius bis 12. Calistril, 4710 AZ)

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Ein Reisebericht von Faquarl

1. Putsch in Restov
Nachdem wir einen Tag gerastet und die Spuren des Kampfes im Fort beseitig haben, heilt Turalyn auch den Banditen Joseph und den alten Mann, welche in den Zellen gefangen gehalten wurden. Es stellt sich heraus, dass der Greis der Vater des Hirschkönigs war. Doch für diesen hegte er keinerlei Sympathie und dankt für unseren Einsatz. Er stellt sich als Raifs das Kind vor und ist ein Druide des Gozreth, dem Gott der Natur. Von ihm erfahren wir, dass der Hirschkönig seine Rekruten vorwiegend aus Mivon rekrutiert, wo er auch den Großteil seiner Beute verkauft hat. Als Raifs von unserem Vorhaben erfährt den Grüngürtel besiedeln zu wollen, versucht er uns davon abzuhalten. Unverhohlen teilt er uns mit, dass er sich gegen uns wenden wird, sollten wir diese Pläne in die Tat umsetzen. Denn er versteht sich seit jeher als Hüter der Wildnis und der Natur. Wir haben Skrupel den Alten ohne Not umzubringen, doch wissen auch nicht, ob wir ihn gefahrenlos laufen lassen können. Ich plädiere dafür ihn vorerst nicht frei zu lassen, doch Moraven setzt der Diskussion ein Ende, als er den Druiden an der Schulter berührt, dieser daraufhin unsichtbar wird, sich in einen großen Vogel verwandelt und mit einem lauten Schrei davonfliegt. Kurz zuvor hatte er ehrliche Alte versprochen uns nicht direkt anzugreifen, sondern zuerst Verhandlungen aufzunehmen, sollten wir uns ein weiteres Mal begegnen. Doch trotzdem habe ich das Gefühl, dass uns dieser, von seiner Aufgabe besessene Druide, irgendwann noch einmal Probleme machen wird.

Der Bandit Joseph, welcher damals von den Eisernen Todesalben freigelassen wurde, bereut es zum Hirschkönig zurückgekehrt zu sein. Denn von diesem wurde er umgehend wegen Verrats eingesperrt, da er uns einige Informationen preisgegeben hatte. Jetzt fleht er um sein Leben und wir haben keinen Grund ihn für sein unglückliches Schicksal zu bestrafen. Der Mann macht keinen bösartigen Eindruck und könnte eventuell in Olegs Handelsposten den Lewetons behilflich sein. Von dieser Idee ist er begeistert und kann es fast nicht glauben, dass seine einstigen Peiniger ihn nun verschonen und ihm eine Zukunft in Aussicht stellen. Akiros wollen wir zu Jeod in die Narlmark schicken. Der Kleriker hat sicherlich ein offenes Herz für den gefallenen Paladin, welcher auf den falschen Weg geraten ist. Dort kann Akiros sich unter Beweis stellen und Buße für seine Taten üben, um wieder auf den richtigen Pfad zu gelangen.



Von ihm erhalten wir einige nützliche Informationen über die Gefahren der uns noch unbekannten Gegend. Am südwestlichen Ufer des Hauerwassers befindet sich die Behausung einer alten Vettel. Er rät uns davon ab diesen Ort aufzusuchen. In der Mitte des zweiten Sees weiter südlich ist zudem eine kleine Insel mit einem verfallenen Turm. Des nachts kann man dort unheimliche, bleiche Lichter beobachten. Im Westen hat ein Banditentrupp eine verlassene Burg aufgesucht, wo es angeblich spuken soll. Jedoch weiß Akiros nichts Genaueres, denn niemand der dorthin aufgebrochen ist, kehrte jemals zurück. Außerdem lebt im Westen, an der Mündung des Flusses Murks, ein Stamm Echsenmenschen. Unter dem Hirschkönig haben die Banditen dieses Volk gemieden. Südlich der beiden Seen treibt sich ein Hügelriese umher. Ein unfreundlicher Genosse, der aber mit großen Mengen Alkohol zu besänftigen sei. Im Südosten gibt es zudem einige Hügelgräber. Und in der Narlmark wären Trolle gesichtet worden. Auf unser Nachfragen bestätigt er, dass diese ein Wappen in Form eines großen „H“ tragen. Damit verdichten sich die Berichte über Trollstämme. Alles in allem scheint die Region noch jede Menge an Rätseln und Gefahren zu bieten. Sollten wir das Fort als Ausgangspunkt für eine erste Siedlung wählen, werden wir uns diesen wohl annehmen müssen, um die Sicherheit unseres Königreiches zu gewährleisten.

Noch immer in Sorge um ihren Mann treibt Svetlana uns an, so schnell wie möglich aufzubrechen. Uns so reiten wir schon am selben Morgen in Richtung Norden. Eskel und Moraven sind noch immer blind, doch der Barde hat in der Zwischenzeit herausgefunden, wie er sich bei Bedarf notdürftig mit dem Zauber Blick durch eigene Augen Abhilfe schaffen kann. Doch anstatt auf direktem Weg zu Oleg zu reiten, machen wir noch einen Abstecher zu Nessels Übergang, um die Leiche des Hirschkönigs in den Würger zu werfen und den Untoten von seinem Fluch zu befreien. Als wir wieder vor der wackligen Hängebrücke stehen, positioniert sich Moraven mit dem toten Körper des Hirschkönigs an der Klippe und ich betätige die Glocke. Wie damals erscheint Nessel, bereit uns anzugreifen. Doch als Moraven den Hirschkönig in den Würger stößt, hält dieser inne. „Ihr habt euer Versprechen gehalten.“ Die widerliche Kreatur geht langsam auf den Barden zu und streckt ihm seine halb verweste, glitschige Hand entgegen. Dieser ergreift sie und als die beiden sich berühren verschwindet Nessel. Der Fluch ist gebrochen, die magischen Auren auf Glocke und Brücke sind verschwunden.

Als wir am nächsten Tag im Handelsposten eintreffen, können Oleg und Svetlana ihr Glück kaum fassen. Wie erwartet sind alle im Posten wohlauf und auch wir sind glücklich Layra und Finnwarra wieder zu treffen. Nur von Aratis fehlt seit dem Überfall jede Spur. Doch auch jetzt können wir unsere Rückkehr nicht feiern, denn die Antwort Jomanis auf meinen ausführlichen Brief ist sehr beunruhigend:

Jomani Surtowa schrieb:2. Abadius 4710 A.Z.

An Faquarl, Träger der Charta über die verliehenen Befugnisse u.s.w.u.s.f. und seine Gefährten.
Wir erwarten Euer schnellstmögliches Erscheinen in Restov, lasst mich nicht warten! Reist unauffällig und seid wachsam.

Jamani Surtowa, Restov


Wir sind irritiert. Was mag geschehen sein, dass Jomani so kurz angebunden ist und uns vor Gefahren auf der Reise warnt? Doch wir wissen auch, dass wir nicht sofort nach Restov aufbrechen können. Moraven und Eskel sind noch immer blind und dies muss kuriert werden, insbesondere wenn eine Reise nach Restov gefährlich werden könnte. Wir vermuten, dass Jeod unsere zwei Gefährten von diesem Zauber heilen kann, sind uns jedoch keineswegs sicher.

Und so machen wir uns wieder ohne Rast am frühen Morgen auf in Richtung Narlmark. Joseph lassen wir im Handelsposten zurück, wo er den Lewetons als Gehilfe dienen kann. Ava fliegt unterdessen in ihrer Tiergestalt zu Bokken. Doch der quasi größte Trankbraucher der Raublande ist gar nicht so mächtig und kann uns nicht weiterhelfen. Am Rande der Narlmark wartet Turalyn, während wir uns zu mit Akiros auf den Weg zum Elchtempel machen. Im dichten Wald verlieren wir weitere Tage, erreichen den Tempel Erastils aber ohne unterwegs gefährlichen Kreaturen zu begegnen. Jeod, seine Jünger, Joakim und Karosh haben unterdessen beachtliche Arbeit geleistet und die ehemals heruntergekommene Höhle in ein ansehnliches Gewölbe umgebaut. Als wir eintreffen, begebe ich mich zuerst zu Xins Grab, halte einige Momente inne, in Gedenken an unseren gefallenen Freund und erneuere die Innschrift seines Grabsteins. Glücklicherweise kann Jeod uns wirklich helfen und am nächsten Morgen erlangen Moraven und Eskel ihr Augenlicht zurück. Dies kostet und jedoch selbst nach einigen Verhandlungen noch fast zweieinhalb Tausend Goldmünzen. Wieder völlig gesund machen wir uns ohne Akiros auf den Rückweg, treffen Ava und Turalyn am Waldrand und reiten ohne Zwischenstopp im Handelsposten in Richtung Restov. Mittlerweile ist fast eine Woche vergangen, hoffentlich hat unser verspätetes Eintreffen keine weitreichenden Konsequenzen.

Wir verkleiden uns und nehmen Decknamen an, doch die Reise verläuft ruhig. Das auf halber Strecke liegende Kastell Serenko ist verlassen. Lediglich eine Wache ist vor Ort. Sie teilt uns mit, dass es einen Putsch der Aldori Schwertherren in Restov gegeben hat. Die anderen Soldaten wurden nach Restov abkommandiert, um gegen die Aufständischen zu kämpfen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Zur aktuellen Situation in Restov kann er uns leider jedoch keine Auskünfte geben und auch in Nivaktasbrück weiß man nicht mehr. Erst wenige Kilometer vor der Stadt erblicken wir ein Dutzend Personen, welche die Straße versperren. Es handelt sich um Aldori Schwertherren und die Anführer dieses kleinen Trupps namens Dennis und Yassa beginnen uns auszufragen. Wir geben uns als unwissende und unbeteiligte Händler aus, doch man weigert sich uns passieren zu lassen. Die Aldori sind hier, um die Verstärkung aus Kastell Serenko abzufangen, welche uns eigentlich voraus sein müsste. Moraven versucht auf Dennis einzureden, doch er bleibt hartnäckig. Ich habe mich aus dem Gespräch herausgehalten und verzaubere den Sprachführer der Aldori mittels Person bezaubern, als mich niemand beachtet. Dies zeigt Wirkung, Dennis ändert seine Meinung und keiner der anderen bemerkt die Manipulation. Erst gibt seine Kameradin Yassa einige Widerworte, doch schließlich dürfen wir in Richtung Restov weiterreiten.



Kurz vor den Stadttoren hält man uns ein weiteres Mal an. Diesmal ist es jedoch ein Bataillon unter dem Banner der Surtowas. Auch sie sind uns gegenüber misstrauisch, was uns aufgrund unserer Verkleidung nicht verwundert. Erst wollen wir unsere wahre Identität nicht preisgeben, doch als der Hauptmann selbst unser Eberwappen nicht erkennt - was für ein einfältiger Taugenichts! - zeigen wir den Brief Jomanis vor. Sofort lässt man uns gewähren und wir betreten die Stadt. Offensichtlich ist es dem Bürgermeister gelungen den Aufstand nieder zu schlagen. Überall in den Straßen patrouillieren auffällig viele Soldaten und auf dem Marktplatz baumeln einige der Rebellen am Galgen.

Am Eingang zum Rathaus hat Jomani unser Geschenk aus der Narlmark angebracht. Über den Eingangstoren ragen die riesigen Hauer Schlitzzahns. Als wir seine Gemächer betreten, befindet er sich in einem Gespräch mit einer Frau, welche sich als die Königin Natala Surtowa vorstellt. Wir wissen jedoch, dass es sich nicht um die Königin, sondern um die Schwester Noleskis handelt. Diese ist von der bevorstehenden Vermählung des Königs mit Elanna Lebeda nicht sonderlich angetan. Vermutlich befürchtet sie dadurch an Macht und Einfluss einzubüßen. Momentan hat sie jedoch ganz offensichtlich das Sagen. Auf den Tisch aufgestützt spricht sie von oben herab zum Bürgermeister. Wir erfahren, dass der Großteil der Truppen in der Stadt ihr unterstehen und sie mit ihrem Erscheinen den Putsch hat erfolgreich abwenden können. Einige Zeit kommen wir nicht zu Wort und Natala scheint auch kein sonderlich großes Interesse an unserer Mission zu haben. Jomani hingegen hält zu uns und ist über unser verspätetes Eintreffen nicht verärgert. Wir verschweigen unseren Abstecher in die Narlmark und geben an seinen Brief erst vor wenigen Tagen erhalten zu haben. Doch Natala setzt ihn aufgrund der schlechten finanziellen Situation der Stadt unter Druck und versucht ihm die Finanzierung der Abenteuertrupps auszureden. Als wir unsere jüngsten Erfolge, insbesondere den Sieg über die Banditen des Grüngürtels, erwähnen, lenkt sie jedoch ein und gestattet eine nicht zu üppige Unterstützung für die Gründung einer ersten Ortschaft. Sie verspricht uns vor ihrer Abreise einen Adelstitel zu verleihen. Die Surtowas helfen uns zusätzlich einige einflussreichen Vertreter der wichtigen Adelshäuser und Kirchen zu kontaktieren. Diese wollen wir bei einem Festessen zum Frohmet von unserem Vorhaben unterrichten und hoffen so auf weitere Unterstützer. Turalyn hat bereits die Front der Zivilisation kontaktiert und von ihnen eine Zusage für finanzielle Hilfe erhalten.



2. Von Riva und ihre Unterstützer
Am Firtag, den 14. Abadius 4710 A.Z., einem kalten aber klaren Wintertag, werden wir - Ava, Faquarl, Eskel, Moraven, Turalyn und Layra - durch eine öffentliche Zeremonie von Natala Surtowa, Schwester von Noleski Surtowa, Regent des Drachenschuppenthrons und König von Brevoy, in den Adelsstand gehoben. Ab sofort tragen wir den Titel „von Riva“. Im Anschluss hält Turalyn eine kurze Rede und auch Moraven spricht zu den Bürgern Restovs, um Werbung für unser ambitioniertes Projekt zu machen.

Die folgenden Tage nutzen wir, um unsere Beute zu verscherbeln und das Treffen mit unseren Unterstützern Anfang des nächsten Monats vorzubereiten. Geplant ist eine ausladendes Festessen mit Musik und Unterhaltung, bei dem es an nichts fehlen soll, wobei wir die Veranstaltung nicht übermäßig prunkvoll gestalten wollen. Dies lässt unser Geldbeutel nicht zu und sendet unserer Einschätzung nach auch das falsche Signal an potentielle Geldgeber.

Unterdessen trifft sich Turalyn beim Tempel des Abadar mit seinen Glaubensgenossen um dort einen mächtigen Zweihänder des Aufflammens zu kaufen, welchem er den Namen Rechtsklinge verleiht. Da wir diesen jedoch nicht bezahlen können, wird er das Schwert ab sofort in monatlichen Raten von 250 GM abbezahlen. Moraven hingegen nutzt die Zeit um an öffentlichen Plätzen der Stadt für unser Vorhaben zu werben. Er hofft einige abenteuerlustige Bürger von der Neugründung eines Königreiches begeistern zu können. Zudem nutzt der diese Möglichkeit, um ihnen kleine Werbekarten mitzugeben, auf denen ein Abbild von ihm zu sehen ist. Mit seinem neusten Zauber Blick durch eigene Augen meint er, Restov auf diesem Weg überwachen zu können. Mir erschließt sich der Sinn dessen nicht, aber der Barde hat Spaß dabei und am Ende melden sich vielleicht sogar einige Personen, um uns in den Grüngürtel zu folgen. Auch Ava plant am Tag des Frohmet einige Attraktionen für die Bewohner Restovs. Sie zimmert Holzkonstruktionen, um an einigen Stationen Wettbewerbe durchzuführen. Wer diese erfolgreich meistert, soll mit einem Angebot gelockt werden, um sich in unserer ersten Ortschaft eine neue Existenz aufzubauen. Ich ziehe mich zurück und wage die Herstellung eines teuren magischen Stirnreifes, welcher meine kognitiven Fähigkeiten verbessern soll. Nach zwei vollen Tagen ist mir das Werk geglückt. In den nächsten Wochen fertige ich noch drei Resistenzumhänge für meine Gefährten an, lerne ein paar neue Zauber und fülle meinen Vorrat an Schriftrollen. Es gibt leider noch keine Neuigkeiten vom Folianten in Silberhalle, aber das Tagebuch vom Schamanen Tar-Tuk stellt sich als sehr unterhaltsame Lektüre heraus.

Erstaunlicherweise war dieser einst ein Gnom, welcher in einem kleinen Dorf lebte. Als eines Tages Oger die Gemeinschaft der Gnome angriffen und Tar-Tuk um sein Leben fürchtete, hinterging er seinen Stamm und unterbreitete den Angreifern ein Angebot, welches sein Leben retten sollte. Doch die Rechnung ging nicht auf und der junge Gnom wurde von den Ogern getötet. Dieser missglückte Versuch verhalf den Gnomen jedoch auf wundersame Weise zu einem Überraschungssieg gegen die körperlich deutlich überlegenen Oger. In Unkenntnis seiner Absichten wurde Tar-Tuk in der Folge als Held gefeiert. Sein Stamm beschloss die nötigen Geldmittel für einen schwachen Wiederbelebungszauber aufzubringen und ermöglichten dem Gefallenen so ein zweites Leben. Jedoch erfolgte die Reinkarnation Tar-Tuks im Körper eines Kobolds, allein seine violetten Schuppen, zeugten von seiner ursprünglichen Abstammung. Erzürnt über sein Schicksal verließ der Kobold seine Stammesgenossen, um andere Kobolde aufzusuchen. Diese schüchterte er durch magische Spielereien ein und mit der Statue des Alten Scharfzahns gelang es ihm, sie zu manipulieren. Er führte einen Feldzug gegen sein altes Dorf und löschte die Gnomegesellschaft aus. Tar-Tuk wiederholte dieses Vorgehen einige Male und zettelte so viele Kleinkriege von Kobolden gegen andere Kreaturen an, wodurch er viel Leid in die Welt brachte. Seine letzten Opfer sollten die Rußschuppen und die Winzlinghorde sein. Doch sein Ableben hatte er sich anders vorgestellt. Den Aufzeichnungen zufolge wollte der Koboldschamane, sollte er des Lebens überdrüssig werden, die Schriftrolle mit dem Fliegen-Zauber verwenden, um sich in die Lüfte zu begeben und in den Tod zu stürzen.

Am 2. Calistril, dem Festtag Frohmet, findet wie geplant das Festessen für potentielle Unterstützer statt. Durch die Kontakte der Surtowas konnten viele Einflussreiche Adelshäuser, Kirchen und weitere Institutionen auf unser Vorhaben aufmerksam gemacht werden, wodurch viele unbekannte, interessant anmutende Persönlichkeiten erschienen sind. Jasper Orlowski ist erschienen um sein Haus zu vertreten, Fürst Mannig, der Eigentümer des Handelsposten, ist anwesend und die Lebedas haben ihre Haushaltshilfe Tamara Grubner geschickt, welche wir schon bei den Festlichkeiten zum Tag des ersten Schnees kennengelernt haben. Gustav Svanson, ein Kleriker des Erastil, Grunda Holler, eine Abgesandte eines Abadar-Ordens, Margera Fiss, eine Dienerin der Pharasma und Rickert von Hohenschwur, ein Ritter des Gorum, vertreten die Interessen einiger Gotteshäuser. Erik Varn, der Bruder von Maeger, welcher die Niemannhöhen mit seinen Männern erkundet, hat sich ebenfalls eingefunden. Auch gekommen ist Michael Granoff, der Ansprechpartner Turalyns von der Front der Zivilisation. Weniger auffällig ist Erwil, ein Historiker aus Magnimar und eine Frau namens Mareen, welche sich als Anführerin einer Gruppe von Söldnern vorstellt. Des Weiteren sind anwesend Hrass Zom’Fadul, Oleg, Karosh, Joakim, Akiros, Kevil Surtowa und natürlich Jomani Surtowa. Dieser ist jedoch wenig begeistert vom Erscheinen Jasper Orlowskis, da sein Haus nicht gut auf die Königsfamilie zu sprechen ist. Und im Gespräch mit Tamara Grubner wird deutlich, dass die Lebedas nicht gut auf Baron Drelew zu sprechen sind. Dieser hat südlich ihrer Ländereien im Hakenzungensumpf bereits eine Burg, die Drelewfeste errichtet. Schnell wird uns bewusst, dass wir bei der Auswahl unserer Verbündeten vorsichtig sein müssen. Die Beziehungen der verschiedenen Familien und Kirchen dürfen wir nicht außer Acht lassen, wenn wir niemanden verärgern wollen.



In den letzten Wochen konnten wir uns bereits darauf einigen, wer welche Ämter in unserem Königreich übernehmen soll. Turalyn wurde – mangels qualifizierter Alternativen – als Herrscher bestimmt. Sicherlich wäre auch ich für dieses Amt geeignet gewesen, aber meine Abneigung gegenüber den damit verbundenen repräsentativen Aufgaben, haben mich abgeschreckt. Stattdessen werde ich das Amt des Magisters bekleiden. Moraven wird zum Diplomaten ernannt, Layra übernimmt das Amt des Generals und Eskel wird als Landvogt die Grenzen sichern. Ava wird als Spionin agieren. Da noch einige Posten unbesetzt sind, wollen wir die ausgelassene Stimmung des Festes nutzen einige unserer Freunde zu fragen, ob diese Aufgaben in unserem Reich übernehmen wollen. Kesten Garess fühlt sich sehr geehrt, als wir ihm das Amt des Marschalls anbieten. Auch Karosh ist begeistert das Amt des Königlichen Vollstreckers zu übernehmen. Oleg fragen wir, ob er als Kämmerer fungiert. Er ist nicht abgeneigt, verrät uns aber, dass Svetlana für diese Aufgabe besser geeignet wäre. Da wir davon ausgehen, dass Svetlana das Angebot nicht ausschlagen wird, ist nur noch der Posten des Hohepriesters unbesetzt. Unseren Wunschkandidaten Jeod müssen wir jedoch erst noch fragen. Das Fest wird ein großer Erfolg, unsere Gäste amüsieren sich prächtig und Moraven legt als krönenden Abschluss einen erstklassigen Auftritt hin.

Gegen Mittag des nächsten Tages stehen die ersten Treffen an. Den Lebedas sichern wir freien Handel mit den südlichen Flusskönigreichen zu und erhalten im Gegenzug finanzielle Unterstützung. Die Kirche des Abadar bietet uns ebenfalls Geldmittel an und will im Gegenzug, dass wir einen Tempel ihrer Gottheit innerhalb eines Jahres in unserer Hauptstadt errichten. Wir können sie auf einen Zeitraum von zwei Jahren herunterhandeln und nehmen auch dieses Angebot an. Gustav Svanson biete uns an die Hälfte der Kosten für einen Erastil-Schrein zu übernehmen und Margera Fiss will in unserer Stadt einen Friedhof errichten lassen, wenn wir daneben einen Schrein der Pharasma errichten. Rickert von Hohenschwur will ohne Gegenleistung einen Schrein von Gorum, dem Gott des Krieges errichten. Dies ist ein freundliches Angebot, welches wir jedoch vorerst nicht annehmen wollen. Die chaotische Gesinnung der Gottheit steht den Maximen von Abadar und Erastil entgegen und auch einige Mitglieder unserer Gruppe sind damit nicht einverstanden. Ebenso verfahren wir mit dem Angebot von Jasper Orlowski. Sein Haus will eine Kaserne in unserer Stadt errichten, wenn ihnen die Stationierung eigener Soldaten in dieser zugesagt wird. Zum einen wäre Jomani damit voraussichtlich nicht einverstanden und zum anderen wollen wir nicht die Soldaten eines uns nicht vertrauten Adelshauses in unserer Stadt beherbergen. Der junge Mann ist erstaunlicherweise auch wenig interessiert uns zu einem Vertrag zu überreden. Stattdessen wirkt er gelangweilt, nimmt unsere Entscheidung zur Kenntnis und verschwindet ohne viel Zeit zu verlieren. Als letztes erscheint Mareen, die Söldneranführerin. Sie bietet an Gebiete in den Raublanden für uns zu erkunden und zu kartographieren. Ihre Gruppe nimmt dafür 50 GM pro Tag, aufwändige kriegerische Handlungen sind jedoch nicht eingeschlossen. In erster Linie geht es darum fremde Gebiete zu erkunden, nicht um die Bekämpfung von dort lebenden Kreaturen. Dieses Angebot klingt sehr interessant, weshalb wir auch dieses nicht ausschlagen. Jedoch haben wir momentan nicht viel Geld, weshalb wir ihr nicht direkt Aufträge geben können. Abends trifft sich Moraven noch mit Erwil, dem Historiker, um sich mit ihm über die iobarische Sprache und andere Dinge zu unterhalten.

Am Ende dieses Tages haben wir viele Verträge abgeschlossen und glauben nun genug Mittel zusammen zu haben, um ein eigenes Königreich gründen zu können. Auf den Namen haben wir uns bereits geeinigt. Es soll „Rivien“ heißen und die Hauptstadt wird um das Fort des Hirschkönigs am Hauerwasser errichtet werden und den Namen „Narlgaard“ tragen.

3. Reißbeeren
In den nächsten Tagen werden alle nötigen Vorbereitungen getroffen und die ersten Karawanen machen sich auf den Weg zum Fort des Hirschkönigs. Wir reiten voraus, den Fort für das Eintreffen von mehreren hundert Personen vorbereiten und die verbrannten Leichen zu entfernen. Als die wichtigsten Dinge erledigt sind, reiten wir nach Osten. Akiros hatte von Hügelgräbern gesprochen und falls sich dort womöglich Untote herumtreiben, wollen wir diese unschädlich machen, bevor wir eine Siedlung in der Nähe gründen.
Auf dem Weg erspähen wir einige Sträucher, welche der Beschreibung Bokkens entsprechen. Als wir uns die stachligen Pflanzen näher ansehen erkennen wir, dass es sich um die von ihm gesuchten Reißbeeren handeln muss und beginnen diese zu pflücken. Aus dem Nichts wird Ava von peitschenden Ranken aus dem Strauch attackiert und eine sich bewegende große Pflanze versucht die Halblingsdame zu umschlingen. Wir sind alle weit verstreut und es dauert einen kurzen Moment, bis wir ihr zur Hilfe eilen können. Bei dem Angreifer handelt es sich um einen Modernden Schlurfer, eine fleischfressende Pflanze. Als Turalyn auf die Kreatur zustürmt, wird er von den Ranken erfasst. Sie wickeln sich um den Paladin und beginnen diesen zu erwürgen. Durch seine strampelnden Bewegungen gelingt es ihm vorerst nicht sich zu befreien, doch als ich einen Schmieren-Zauber auf seine Rüstung wirke, entgleitet er seinem Angreifer. Eskel erfährt ein ähnliches Schicksal, doch auch er kann sich auf gleiche Weise durch die Hilfe Moravens befreien. Unterdessen wird Turalyn von den vielen peitschenden Armen der Pflanze getroffen und geht bewusstlos zu Boden. Ava konnte sich mittlerweile in Sicherheit bringen und wirkt greift die Kreatur aus sicherer Entfernung mit einer Flammenkugel an. Diese verbrennt große Teile der Pflanze, weshalb ich eine illusionäre Feuerwand zwischen dem Modernden Schlurfer und meinen Gefährten erschaffe, um diese zu schützen. Leider scheint die Kreatur wenig beeindruckt und greift Eskel weiterhin an. Die von Layra beschworenen Waffen in Form von Heckenscheren durchtrennen immer mehr der peitschenden Ranken, doch uns gelingt es nicht unseren Paladin zu heilen oder in Sicherheit zu bringen. Im Gegenteil, als ich ein Alchemistenfeuer auf die Kreatur werfe und diese verfehle, bekommt auch er einige Spritzer der sich sofort entflammenden Substanz ab. Doch als Ava einen weiteren ihrer Feuerzauber wirkt, verbrennt sie damit die monströse Pflanze vollständig. Für Turalyn kommt die Hilfe glücklicherweise nicht zu spät und nach wenigen Minuten ist unser Nahkämpfer wieder auf den Beinen. Einen solchen Gegner hätte man vermutlich effektiver von Weitem bekämpft, wie es unsere beiden Zauberwirkerinnen sehr effektiv getan haben. So hatten wir Glück, dass wir uns nicht schon vor der Gründung unserer ersten Siedlung einen neuen Herrscher für unser Königreich suchen müssen.

Zwölfte Sitzung am Mittwoch, den 04. Januar 2017 in Frankfurt.
Mit Tobi, Miles, Toni, Dominik, Lena, Lucas und mir.

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